Terror in Paris

Razzia verhinderte neuen Anschlag

Mit einem schnellen Anti-Terror-Einsatzes in Saint-Denis konnte möglicherweise einen neuer Anschlag verhindert werden. Ob der Drahtzieher dabei ist, bleibt unklar. Die Gefahr für Deutschland ist weiter hoch.
Bei einer Razzia in Saint-Denis, in der Nähe von Paris gab es zwei Tote, fünf Verletzte und sieben Festnahmen. Quelle: ap
Großeinsatz

Bei einer Razzia in Saint-Denis, in der Nähe von Paris gab es zwei Tote, fünf Verletzte und sieben Festnahmen.

(Foto: ap)

ParisMit einem Großeinsatz im Norden von Paris hat die Polizei womöglich einen weiteren Anschlag in der französischen Hauptstadt verhindert. Bei der Razzia im Vorort Saint-Denis starben der Staatsanwaltschaft zufolge am Mittwoch mindestens zwei mutmaßliche Extremisten.

Sie gehörten zu einer Gruppe, die laut Polizeikreisen einen Angriff auf das Geschäftsviertel La Defense geplant hatte. Mehr als zwölf Stunden nach Beginn des Einsatzes, bei dem sich eine Frau in die Luft sprengte, war der Verbleib des mutmaßlichen Drahtziehers der Anschläge von Freitag weiter unklar.

„Das wirkt wie im Krieg“
Einsatz beendet
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Bei dem Anti-Terror-Einsatz nördlich von Paris seien sieben Menschen festgenommen und zwei Menschen getötet worden, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch in Saint-Denis. Eine Frau sprengte sich selbst in die Luft, als Spezialkräfte eine Wohnung stürmten. Ein weiterer Mann sei von Schüssen und Granaten tödlich verletzt worden, sagte Staatsanwalt François Molins.

Anti-Terror-Aktion beendet
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Die Anti-Terror-Aktion in Saint-Denis ist nach rund sieben Stunden beendet, sagte Regierungssprecher Stéphane Le Foll. Bei dem Polizeieinsatz gegen die Drahtzieher der Terroranschläge von Paris hat es laut französischem Innenminister zwei Tote gegeben. Sanitäter kümmern sich um einen der insgesamt fünf verletzten Polizisten.

Festnahme
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Vermummte Polizisten haben einen Mann festgenommen. Insgesamt gingen der Polizei sieben Verdächtige ins Netz.

Zugriff
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Unter den sieben nach heftigem Schusswechsel festgenommenen Personen war auch ein Mann, der die Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, sowie eine Bekannte von ihm. Die Identität der mutmaßlichen Terroristen sei aber laut Staatsanwaltschaft noch nicht geklärt.

Vorbereitung
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Ein Polizist bereitet seine Waffe für den Einsatz im Pariser Vorort Saint-Denis vor. Fünf Mitglieder einer Spezialeinheit wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

Wachsam
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Das französische Militär und die Polizei patrouillieren gemeinsam in der Nähe des Einsatzortes.

Spezialeinheit
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Bei Anti-Terror-Einsätzen steht sie an vorderster Front: Die französische Polizei-Eliteeinheit Raid, die am Mittwoch bei der Jagd nach dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud nach Saint-Denis geschickt wurde, wird immer zu besonders gefährlichen Einsätzen gerufen. Die Abkürzung Raid steht für „Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion“ (etwa: Fahndung, Unterstützung, Eingriff, Abschreckung).

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Abdelhamid Abaaoud sei nicht unter den acht Festgenommenen. Die Leichen hätten noch nicht identifiziert werden können. Eine US-Zeitung meldete dagegen, der Belgier sei tot.

Die Polizei rückte am frühen Morgen mit einem Großaufgebot zum Teil schwer bewaffneter Spezialkräfte in Saint-Denis an. Der Pariser Staatsanwalt Francois Molins sagte, die Polizei habe Hinweise gehabt, dass Abaaoud vor Ort sein könnte. Bisher wurde er in Syrien vermutet. Als die Beamten die verdächtige Wohnung ins Visier nahmen, kam es zu einer schweren Schießerei.

Laut dem Staatsanwalt sind die sterblichen Überreste in dem Apartment in einem Zustand, der eine Identifizierung bisher unmöglich machte. Es sei nicht einmal klar, um wie viele Tote es sich handelt. Es seien aber mindestens zwei. Erschwert würden die Ermittlungen dadurch, dass das Gebäude an manchen Stellen durch zahllose Einschusslöcher einsturzgefährdet sei.

In der Wohnung selbst und der Umgebung wurden Molins zufolge sieben Männer und eine Frau festgenommen. Drei von ihnen hätten noch nicht identifiziert werden können. Aber weder Abaaoud, noch der mutmaßliche flüchtige Angreifer Salah Abdeslam seien darunter.

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