Terror in Paris
Senat billigt Verlängerung des Ausnahmezustands

Nach den Terroranschlägen von Paris und Saint-Denis ist die Zahl der Todesopfer auf 130 gestiegen. Derweil hat die Polizei einen weiteren Sprengstoff-Attentäter identifiziert. Das Land bleibt im Ausnahmezustand.

ParisEine Woche nach den Terroranschlägen von Paris ist ein weiterer Attentäter identifiziert. Die Fingerabdrücke des Terroristen, der sich am Eingang H des Fußball-Stadions Stade de France um 21.30 Uhr in die Luft gesprengt hatte, entsprechen denen eines Mannes, der am 3. Oktober in Griechenland erfasst wurde, wie die Staatsanwaltschaft in Paris am Freitag mitteilte. Bei dieser Kontrolle in Griechenland sei auch ein zweiter Attentäter registriert worden, der sich um 21.20 Uhr am Eingang D des Stadions mit einem Sprengstoffgürtel umgebracht hatte.

Zuvor hatte der Senat den Ausnahmezustand in Frankreich bis in den Februar hinein verlängert. In dieser Zeit erhalten die Sicherheitsbehörden erweiterte Befugnisse. Der Senat als zweite Kammer des Parlaments stimmte einer entsprechenden Vorlage am Freitag einstimmig zu. Zuvor hatte am Donnerstag bereits die Nationalversammlung für die dreimonatige Verlängerung des seit dem 14. November geltenden Ausnahmezustands votiert. Dort stimmten 551 Abgeordnete mit Ja, es gab sechs Gegenstimmen und eine Enthaltung.

Auch in der zweiten Kammer hatte sich Regierungschef Manuel Valls für die Regelungen stark gemacht. Das Gesetz enthält eine Reihe von Änderungen an der ursprünglichen Rechtsgrundlage für den Ausnahmezustand aus dem Jahr 1955. Dazu gehören Möglichkeiten zur Sperre von Internetseiten, zur Auflösung radikaler Moscheevereine und zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Derweil wurden neue Details über den mutmaßlichen Drahtzier der Angriffe bekannt: Die Überwachung einer Frau wegen Drogenvergehen hat Polizeikreisen zufolge die französischen Sicherheitskräfte auf die Spur von Abdelhamid Abaaoud geführt. Die Polizei habe das Telefon von Hasna Aitboulahcen überwacht, von der auch bekannt gewesen sei, dass sie Kontakt zu Abaaoud unterhalten habe, verlautete aus den Kreisen am Freitag. Dadurch sei es gelungen, sie im Pariser Vorort Saint-Denis ausfindig zu machen. Am Dienstagabend sei beobachtet worden, wie sie Abaaoud in das am Mittwoch gestürmte Haus führte. Es gibt Vermutungen, dass Aitboulahcen die Cousine Abaaouds ist.

Bei der Stürmung des Hauses kam Abaaoud ums Leben, Aitboulahcen sprengte sich selbst in die Luft. Auch eine weitere, bislang nicht identifizierte Person wurde getötet. Nach Aitboulahcen sei gefahndet worden, nachdem die Polizei erfahren habe, dass sich Abaaoud nicht wie vermutet in Syrien sondern in Frankreich aufhalte, hieß es in den Kreisen. Die Ermittler hätten gehofft, ihn in der Begleitung Aitboulahcens zu finden.

Die Zahl der Todesopfer ist derweil von 129 auf 130 gestiegen. Das gab Ministerpräsident Manuel Valls am Freitag im Senat bekannt. Gut 350 Menschen wurden bei den Attacken am Freitagabend vergangener Woche teilweise schwer verletzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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