Terror in Syrien und im Irak
IS-Miliz verliert an Boden

IS unter Druck: Die internationalen Luftschläge haben den Terroristen an fast jeder Front erhebliche Schäden zugefügt. Am Boden stellen sich die Kurden dem IS entschieden in den Weg – dafür lobt sie sogar das US-Militär.
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WashingtonEin Jahr nach Beginn der internationalen Luftschläge sieht die US-Militärführung die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) deutlich geschwächt. Wie das Verteidigungsministerium am Samstag in Washington mitteilte, müssen die Dschihadisten an fast jeder Front Verluste hinnehmen. Anti-IS-Kräfte kontrollierten zwei Drittel der nördlichen syrischen Grenze. Im Irak könnten die Dschihadisten in etwa 25 bis 30 Prozent der einst von ihnen beherrschten, bewohnten Gebiete nicht mehr ungehindert agieren.

Am 8. August 2014 hatte die US-geführte Anti-Terrorkoalition aus mehr als 60 Ländern mit den Luftangriffen begonnen. Das internationale Bündnis hat nach Angaben aus Washington seither fast 6000 Einsätze gegen die IS-Dschihadisten geflogen.

In der nordsyrischen Grenzregion zur Türkei sind es vor allem die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG), die sich dem IS am Boden entgegenstellen. Sie sind ein Ableger der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die derzeit von der türkischen Luftwaffe bombardiert wird. Das US-Verteidigungsministerium hob hervor, dass die syrischen Kurden eine „außerordentliche“ Leistung erbracht und grenzübergreifende Kommunikationswege der Dschihadisten zwischen Syrien und dem Irak sowie Syrien und der Türkei blockiert hätten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte mit Blick auf die jüngsten türkisch-kurdischen Auseinandersetzungen der „Rheinischen Post“ (Samstag): Es wäre fatal für die Türkei und für die Region, wenn über die regionalen Konflikte des Mittleren Ostens der innerstaatliche Friedensprozess mit den Kurden jetzt gegen die Wand gefahren würde.

Er betonte: „Nur auf dem Verhandlungsweg kann ein Rückfall in die gewaltsamen Auseinandersetzungen der 90er Jahre verhindert werden, der in der jetzigen Krisenlage unabsehbare Folgen für die ganze Region hätte.“

Nach Angaben des Weißen Hauses wurden die Dschihadisten im vergangenen Jahr in Nordsyrien aus einem 17.000 Quadratkilometer großen Territorium zurückgedrängt - was etwa der Größe von Thüringen entspricht. Von der Grenze zwischen Syrien und der Türkei habe der IS noch knapp 110 Kilometer unter seiner Kontrolle – zu Hochzeiten, also vor der Vertreibung aus Kobane im Januar, waren es fast 300 Kilometer.

Die Terrororganisation beherrscht aber noch immer riesige Gebiete in Syrien und im Irak. Der syrische Bürgerkrieg - durch den die Dschihadisten erst stark geworden sind und der nach UN-Schätzungen in vier Jahren mehr als 250.000 Menschen das Leben gekostet hat – dauert mit unverminderter Brutalität an.

Die irakische Regierung in Bagdad steht neben dem Kampf gegen die Extremisten auch vor sozialen Herausforderungen: Aus Protest gegen Stromengpässe und Korruption gehen immer wieder Tausende Menschen in dem ölreichen Land auf die Straßen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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