Terror in Tunesien: IS bekennt sich zu Anschlag in Tunis

Terror in Tunesien
IS bekennt sich zu Anschlag in Tunis

Der Islamische Staat hat offenbar auch in Tunis gemordet. Die Terroristen bekennen sich zu dem Anschlag vom Mittwoch. Unterdessen ist die Zahl der Toten gestiegen – zwei Spanier überlebten auf abenteuerliche Weise.
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TunisDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zu dem Terroranschlag in Tunis bekannt. Die Extremisten veröffentlichten dazu am Donnerstag im Internet eine Audio- und Textbotschaft. Dies berichtete am Donnerstag die Webseite SITE, die sich auf die Beobachtung von Extremisten spezialisiert hat. In einer IS-Erklärung war die Rede von einer „geheiligten Invasion in einen Unterschlupf der Ungläubigen und des Lasters im muslimischen Tunesien“. Sie erschien auf einem Forum, wo die Gruppe häufig Mitteilungen veröffentlicht.

Zuvor war bekannt geworden, dass zwei spanische Touristen haben den Anschlag auf das Nationalmuseum in einem Versteck überlebt und dort stundenlang ausgeharrt hatten. Die beiden Urlauber wurden erst am Donnerstagmorgen in dem Museum in der tunesischen Hauptstadt gefunden, nachdem sie dort von einem Mitarbeiter des Museums versteckt worden waren, wie ein Vertreter des Zivilschutzes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die beiden Spanier und der Mitarbeiter seien für eine Routineuntersuchung ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Zahl der getöteten ausländischen Touristen stieg der Regierung zufolge auf 25. Darunter seien 20 Urlauber, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Bei zwei Toten handele es sich um von Spezialeinheiten getötete Extremisten. Die Zahl der Verletzten gab das Gesundheitsministerium mit 47 an.

Bisher war von 17 Ausländern die Rede, die bei dem schwersten Anschlag in Tunesien seit mehr als einem Jahrzehnt ums Leben gekommen seien. Entgegen ersten Angaben der tunesischen Behörden keine deutschen Opfer gegeben. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte am Donnerstag: „Wir gehen davon aus, dass unter den Toten und den Verletzten keine deutschen Staatsangehörigen sind.“ Der tunesische Ministerpräsident Habib Essid hatte am Mittwoch in einer ersten Pressekonferenz gesagt, die Toten stammten aus Deutschland, Polen, Italien und Spanien.

Am Donnerstag erklärte das Außenministerium in London, auch eine Britin sei unter den Todesopfern. Nach Angaben der Regierungen in Rom, Tokio und Warschau vom Donnerstag starben zudem vier Italiener, drei Japaner und zwei Polen. Tunesischen Angaben zufolge kamen außerdem Urlauber aus Frankreich, Spanien, Kolumbien, Australien sowie drei Tunesier ums Leben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) versprach Tunesien weitere deutsche Unterstützung. „Wir werden alles tun, was in unserer Kraft steht, um Tunesien zu helfen“, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag. Zugleich gedachte sie der Opfer.

Tunesische Sicherheitskräfte nahmen am Donnerstag neun Verdächtige fest. Vier von ihnen ständen in einer direkten Verbindung zu der Tat, erklärte das tunesische Präsidialamt am Donnerstag lokalen Medienberichten zufolge. Fünf weitere Verdächtige sollen demnach Kontakt zu ihnen gehabt haben.

Das italienische Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere legt mit seinen Schiffen vorerst nicht mehr in Tunis an. Costa ziehe damit die Konsequenzen aus dem Anschlag am Mittwoch, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Rom mit. Demnach wurden zunächst drei geplante Landausflüge abgesagt.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, kehrten 13 Passagiere nicht wie geplant auf das Schiff Costa Fascinosa zurück, ehe dieses in der Nacht zum Donnerstag den Hafen von Tunis wieder verließ. Wie viele davon möglicherweise unter den Todesopfern oder unter den mehr als 40 Verletzten waren, blieb allerdings zunächst unklar.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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