Terror nach Art der "Schwarzen Witwen"
200 Festnahmen nach Anschlägen in Kairo

Nach den beiden Attentaten am Samstag auf Touristen in Kairo hat die ägyptische Polizei zahlreiche Verdächtige verhaftet. Im Internet bekannten sich zwei Extremisten-Gruppen zu den Angriffen.

HB BERLIN. Die ägyptische Polizei hat nach den Terroranschlägen auf Touristen in Kairo rund 200 Verdächtige festgenommen. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, durchkämmten die Beamten unter anderem Esbet al-Gabalawi, den Kairoer Wohnbezirk des Attentäters, der sich am Samstag mit einem Sprengsatz von einer Brücke hinter dem Ägyptischen Museum geworfen hatte.

Auch die Verlobte des Attentäters, dessen kopflose Leiche am Sonntag von mehreren Kairoer Tageszeitungen abgebildet wurde, hatte in dem Viertel gelebt. Die junge Frau hatte laut Polizei am Samstag zusammen mit dessen Schwester den zweiten Anschlag auf einen Touristenbus verübt. Die Touristen waren dabei unverletzt geblieben. Nach Darstellung der Polizei soll die Schwester nach den Schüssen auf den Bus erst ihre Komplizin und dann sich selbst getötet haben.

Im Internet bekannten sich zwei Gruppen - die Mudschahedin Ägyptens und die Abdullah-Assam-Brigaden – zu den Anschlägen von Kairo. Letztere erklärten, es habe sich um Racheakte für den Tod der Islamisten gehandelt, die im vergangenen Oktober Bombenanschläge auf der Sinai-Halbinsel verübt hätten. Die Brigaden bekannten sich auch zu diesen Anschlägen. Ägyptische Behörden hatten erklärt, die Anschläge stünden im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt und hätten keinen innenpolitischen Bezug.

Der Angriff am Wochenende war der erste Terroranschlag in Ägypten, an dem Frauen beteiligt waren. Die arabische Zeitung «Al-Sharq Al-Awsat» titelte am Sonntag: „Terror nach Art der tschetschenischen Schwarzen Witwen“.

Der Gesundheitszustand der elf Menschen, die der Attentäter am Samstag verletzt hatte, als er mit seiner Nagelbombe von einer Brücke auf einen belebten Platz sprang, ist nach Polizeiangaben stabil. Ein schwedischer Tourist sei operiert worden, hieß es. Außer ihm waren noch zwei Italiener, ein israelisches Ehepaar, zwei Kanadier und vier Ägypter verletzt worden.

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