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Terror und Hoffnung: Iraker wählen neues Parlament

Zum zweiten Mal nach dem Abgang von Saddam Hussein wählen die Iraker ein neues Parlament. Die Regierungsfindung dürfte schwierig werden, wochenlange Koalitionsverhandlungen werden erwartet. Zahlreiche Anschläge überschatten die Wahlen.

Ein eingefärbter Finger verrät, dass dieser Iraker gewählt hat. Quelle: dpa
Ein eingefärbter Finger verrät, dass dieser Iraker gewählt hat. Quelle: dpa

HB BAGDAD. Die Wahl der neuen Regierung hat im Irak begonnen. Bei der zweiten Parlamentswahl seit dem Krieg zum Sturz von Saddam Hussein bewarben sich etwa 6 200 Kandidaten um die 325 Mandate. Wahlberechtigt waren 19 Millionen Bürger. Bereits am Morgen gingen viele Bewohner der Hauptstadt zu ihrem Wahllokal. Nach der Stimmabgabe zeigten sie stolz ihren mit purpurner Farbe markierten Finger. Zu den ersten Wählern in der kurdischen Stadt Sulamanijah gehörte der irakische Präsident Dschalal Talabani.

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Bei der Wahl geht es um die Mehrheit zwischen einem radikalen schiitischen Lager auf der einen und einer Gruppe von gemäßigten Parteien auf der anderen Seite. Der amtierende Ministerpräsident Al-Maliki tritt mit seiner Dawa-Partei für einen Mittelweg zwischen säkularer und religiös beeinflusster Politik ein.

Bedrängt wird die Koalitionsregierung von der Irakischen Nationalallianz (INA), die als Iran-freundlich gilt. Sie wird angeführt vom Oberstem Obersten Islamischen Rat Iraks (SIIC), der auch von dem antiiamerikanischen Geistlichen Muktada al Sadr unterstützt wird. Auf der anderen Seite steht das Irakija-Bündnis unter Führung des ehemaligen Ministerpräsidenten Ajad Allawi, einem Schiiten, und des sunnitischen Politikers Saleh al Mutlak.

Die US-Streitkräfte sind im Irak noch mit weniger als 100 000 Mann vertreten. Bis zum Ende des Sommers in diesem Jahr sollen es nur noch 50 000 Soldaten sein. 2012 sollen die letzten US-Soldaten abgezogen sein.

Terroranschläge überschattet die Wahl. Alleine in Bagdad starben binnen weniger Stunden zehn Zivilisten, 27 Menschen wurden verletzt. Die Wähler strömten trotzdem in großer Zahl zur Stimmabgabe. Einige Familien zogen es allerdings vor, zu Hause zu bleiben, nachdem in ihren Vierteln Granaten und Katjuscha-Raketen eingeschlagen waren. In Bagdads vorwiegend von Schiiten bewohnter Vorstadt Sadr-City bildeten sich lange Warteschlangen vor den Wahllokalen. Das Ergebnis der ersten Wahl seit dem Abzug der US-Truppen aus Städten und Dörfern wird jedoch frühestens in einer Woche bekanntgegeben.

In der 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Stadt Mossul wurden fünf Wahllokale geschlossen, nachdem ein Wahllokal von einer Mörsergranate getroffen worden war. Nach Polizeiangaben wurden sechs Wahlbeobachter verletzt. An anderer Stelle in Mossul wurden ein Lokalpolitiker und acht seiner Begleiter verletzt, als ihr Konvoi an einer Straßensperre unter Beschuss geriet. Nach Angaben der Polizei erlitten 13 Menschen in Iskanderija südlich von Bagdad Verletzungen durch Granatenbeschuss.

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