Terroralarm bei Air France
Ex-Polizist soll Bombenattrappe in Flugzeug deponiert haben

Nach der Aufregung über eine Bombenattrappe in einem Air-France-Flugzeug erleben die Ermittler eine Überraschung: Die verdächtige Schachtel könnte von einem ehemaligen Kollegen aus einer Anti-Terror-Einheit stammen.

ParisNach der Notlandung einer Air-France-Maschine wegen einer Bombenattrappe konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen pensionierten Polizisten. Der Mann sei nach der Ankunft in Frankreich festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft im Pariser Vorort Bobigny am Montag mit. Nach zwölf Stunden Befragung kam er wieder frei.

Einem Beamten der Staatsanwaltschaft zufolge war der Verdächtige früher Mitglied er Anti-Terroreinheit Recherche Assistance Intervention Dissuasion (Raid). Aus Polizeikreisen hieß es, der 58-Jährige sei der Besatzung aufgefallen, weil er ungewöhnlich häufig die Toilette aufsuchte. Seine Frau sollte ebenso wie Mitglieder der Besatzung als Zeugin befragt werden.

Die Festnahme erfolgte nach einer Anzeige von Air France wegen fahrlässiger Gefährdung. Der Verdächtige wurde darin aber nicht namentlich erwähnt. Er war laut Staatsanwaltschaft Passagier des Fluges von Mauritius nach Paris und steht im Verdacht, die Attrappe in einem Waschraum deponiert zu haben. Zur Freilassung des Manns gab die Staatsanwaltschaft an, der derzeitige Stand der Ermittlungen rechtfertige ein längeres Festhalten nicht.

Bei dem verdächtigen Objekt handelte es sich um eine Schachtel aus Karton und Pappe mit einer Digitaluhr. Nachdem sie entdeckt wurde, leiteten die Piloten eine Notlandung in Mombasa in Kenia ein. Alle 459 Passagiere und 14 Mannschaftsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht. Der Gegenstand erwies sich als ungefährlich. Sechs Passagiere wurde von der kenianischen Polizei befragt. Kenias Innenminister Joseph Nkaissery sagte, auch der Ex-Polizist sei vernommen worden. Ein Polizeihund habe die Geruchsspur der falschen Bombe bis zum Sitz des Mannes zurückverfolgt.

Die erleichterten Passagiere kamen am Montag auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle an. Marine Gorlier weinte, als sie Familienangehörige auf dem Flugplatz traf. „Wir dachten, wir würden sterben“, sagte sie. Antoine Dupont sagte: „Ich bewundere wirklich die Mannschaft, weil sie dachte, es sei eine echte Bombe. Sie blieben sehr gelassen.“

Bereits zum vierten Mal wurde Air France damit in jüngster Zeit Opfer eines falschen Bombenalarms. In Frankreich herrscht seit den Terroranschlägen vom 13. November mit 130 Toten Ausnahmezustand. Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte für die Attentate die Verantwortung übernommen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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