Terroralarm
Explosive Luftfracht alarmiert Obama

Zwei Pakete aus dem Jemen sorgen für Aufregung: Laut US-Präsident Barack Obama sollen die Pakete an jüdische Einrichtungen Sprengstoff enhalten haben. Zunächst waren die Behörden nur von einem Test der Terroristen ausgegangen. Obama spricht von einer "glaubwürdigen terroristischen Bedrohung für die USA".
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HB WASHINGTON. Zwei auf dem Weg in die USA abgefangene Pakete aus dem Jemen erhalten US-Präsident Barack Obama zufolge offenbar Sprengstoff. Die Geheimdienste hätten eine "glaubwürdige terroristische Bedrohung für die USA" festgestellt, sagte Obama am Freitagabend in Washington. Die Pakete seien an jüdische Einrichtungen in Chicago adressiert gewesen. Er wies darauf hin, dass die radikale Islamistengruppe Al-Kaida im Jemen Angriffe auf die USA plane. Ein Sprecher der US-Regierung sagte, es würden weitere Pakete untersucht, die möglicherweise eine Bedrohung darstellten. Bislang seien nur zwei mit Sprengstoff entdeckt worden.

Die zwei Pakete waren in Dubai und Großbritannien sichergestellt worden. Sie sollten offenbar per Luftpost in die USA geschickt werden. In den USA wurden am Freitag mehrere Frachtflugzeuge von United Parcel Service (UPS) durchsucht.

Behörden vermuteten zunächst einen Testlauf für einen echten Anschlag. Nach dem Fund wurden Dutzende Frachtflugzeuge der Gesellschaften UPS, DHL und FedEx untersucht worden. Das in England gefundene Paket sollte an eine Synagoge in Chicago geschickt werden. Auch das zweite Paket in Dubai sollte an eine Adresse in den USA gehen. Beide stammten vom selben Absender im Jemen. Nach britischen Geheimdienstberichten handelt es sich um einen Mann mit Verbindungen zum Umfeld der Terrororganisation von Osama bin Laden. Das arabische Land war in den vergangenen Monaten verstärkt ins Visier internationaler Terrorfahnder gerückt.

US-Präsident Barack Obama wurde bereits am Donnerstagabend von den Funden unterrichtet. Er wies sofort die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden an, "Maßnahmen zum Schutz der amerikanischen Bevölkerung zu ergreifen", wie sein Sprecher Robert Gibbs sagte.

Der ranghöchste Republikaner im Heimatschutz-Ausschuss des Senats, Peter King, geht von einem abgestimmten Vorgehen aus. "Es gab eine Koordinierung, es gab eine Absicht", sagte er im Fernsehen. Welches Motiv genau sich mit den Paketen wohl verband, sagte er nicht.

In England war die Sendung in einem Verteilzentrum gefunden worden. Es war offenbar mit einem Frachtflugzeug des US-Paketdienstes UPS befördert worden. Sicher war das jedoch zunächst nicht. Das Paket habe auch per Schiff und Lastwagen in das Zentrum gelangen können.

In der Sendung war eine Druckerpatrone, aus der Drähte und ein Schaltkreis hingen, zudem wurde von einem weißen Pulver berichtet. In ersten Berichten hatte es geheißen, in dem Plastikbehälter sei Sprengstoff gefunden worden. Tests der Polizei bestätigten das zunächst nicht.

Bei ihrem Flug zum New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen wurde die Boeing 777 mit den verdächtigen Paketen von zwei schweren F-15-Jäger der amerikanischen Luftwaffe begleitet. Sofort nach der Landung umringten Polizeifahrzeuge die Maschine.

"Ganz offensichtlich wollten Terroristen die Aufmerksamkeit unserer Behörden testen", sagte ein Sicherheitsfachmann auf dem Nachrichtensender FOX. Auf CNN sagte ein Kongressabgeordneter, dass sich die Sicherheitsbehörden sehr auf Passagierflugzeuge konzentriert hätten. "Das war ja auch gut so. Aber wir dürfen die Frachter nicht vergessen, wenn über sie Bomben zu uns gebracht werden können."

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  • Der nächste inside Job ist überfällig........
    Wie dumm und naiv muss man sein um diesen hausgemachten "Terror" noch zu glauben ????

  • immer wieder das selbe Spiel, was für eine Farce. Vor jeder wichtigen Wahl die auf der Kippe steht, werden die hausgemachten Terroristen aus der Schublade geholt.
    Die einzig wirkliche Gefahr besteht darin, dass mangels Glaubwürdigkeit mal wieder ein "inside job" bemüht werden muss.

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