Terroralarm in Brüssel
Mann löst mit Bombenattrappe Großeinsatz aus

Anti-Terror-Einsatz am frühen Morgen: Spezialkräfte der Polizei nehmen im Brüsseler Stadtzentrum einen Verdächtigen fest. Hinweise auf Anschlagspläne verdichteten sich nicht – die vermeintliche Bombe war eine Attrappe.

BrüsselIm Brüsseler Stadtzentrum hat ein Mann mit einer Bombenattrappe einen Großeinsatz der belgischen Polizei ausgelöst. Der von der Polizei in Gewahrsam Genommene sei wegen psychischer Probleme bekannt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Er habe die Polizei am frühen Dienstagmorgen selbst angerufen und gesagt, dass er entführt und mit einem Sprengstoffgürtel vor einem Einkaufszentrum abgesetzt worden sei. Die Polizei habe jedoch keinen Sprengstoff bei dem Mann gefunden, sondern Salz und Kekse.

Die belgische Zeitung „Le Soir“ veröffentlichte Fotos, die den Verdächtigen zeigen sollen. Darauf ist ein Mann zu sehen, an dessen Oberkörper mit Paketklebeband ein Mobiltelefon, Kabel und Alufolie befestigt war. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sagte der Mann der Polizei, dass die angeblichen Entführer den Sprengstoff aus der Ferne per Handy zünden wollten. Zunächst hatte es geheißen, es gebe den Verdacht, dass er eine Bombe mit sich führe. Der nationale Krisenstab um Regierungschef Charles Michel war wegen des Vorfalls zusammengekommen.

Die Straßen um das Einkaufszentrum wurden nach dem Vorfall von der Polizei mit Sichtschutzgittern abgesperrt. Schwer bewaffnete Soldaten postierten sich an einer nahe gelegenen Metro-Station. Das Einkaufszentrum liegt am Ende der größten Fußgängerzone Brüssels, in der sich vor allem am Samstag Zehntausende Menschen tummeln.

Die belgischen Sicherheitskräfte sind seit den Selbstmordanschlägen vom März in erhöhter Alarmbereitschaft. Damals waren bei Bombenexplosionen am Flughafen und in einer Metro-Station im EU-Viertel 35 Menschen gestorben. Am Wochenende hatte die Polizei drei Männer festgenommen, die einen Anschlag auf die Zuschauer der Übertragung eines Spiels der belgischen Nationalmannschaft während der Fußball-Europameisterschaft geplant haben sollen. Am Montagabend wurden sechs andere Personen wieder freigelassen, die im Zusammenhang mit dem Angriff eines Mannes in einem Schnellzug von Amsterdam nach Paris im August 2015 verhört worden waren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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