Terroranschläge sind nicht ausgeschlossen
Osterfeierlichkeiten vom Papst begonnen

Papst Johannes Paul II hat am Gründonnerstag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen die Osterfeierlichkeiten in Rom begonnen. Bei der Gründonnerstagsliturgie im Petersdom gedachte das Oberhaupt der katholischen Kirche des letzten Abendmahls Jesu. Höhepunkt war die Fußwaschungszeremonie, die der schwer kranke 83-Jährige jedoch zwei Kardinälen überließ.

HB ROM. Der ranghöchste Kardinal, der Deutsche Joseph Ratzinger, sowie der italienische Kardinal Angelo Sodano wuschen zwölf Priestern die Füße. Beim letzten Abendmahl hatte Jesus als Zeichen der Demut seinen zwölf Aposteln die Füße gewaschen.

Bei dem Gottesdienst, an dem tausende Gläubige teilnahmen, wurden Spenden für die Kinder in Ruanda und Burundi gesammelt. Die beiden afrikanischen Staaten waren in den 90er Jahren von Bürgerkriegen mit hunderttausenden Todesopfern heimgesucht worden.

Johannes Paul II., der wie gewohnt auf einem rollenden Podest zum Altar geschoben wurde, betonte in seiner Predigt die Bedeutung der Priester für die katholische Kirche. Er ging indirekt auf das vor allem in den westlichen Ländern immer dramatischere Problem des Priestermangels ein. Er rief dazu auf, für Priesterberufungen zu beten. Er befasste sich allerdings nicht mit aktuellen weltpolitischen Problemen wie dem Irak-Krieg. Es wurde erwartet, dass er sich in den nächsten Predigten bis zum Ostersonntag dazu äußern wird. Johannes Paul II. hat den Irak-Krieg wiederholt verurteilt. Vor Kriegsbeginn hatte er die USA vor einem Flächenbrand gewarnt, der durch ein militärisches Eingreifen im Irak ausgelöst werden könnte.

Am Karfreitag, an dem die Christenheit des Todes Jesu am Kreuz gedenkt, wird der Papst im Kolosseum am traditionellen Kreuzweg teilnehmen. Am Karsamstag folgt die Auferstehungsmesse, am Sonntag findet die Ostermesse mit der anschließenden weltweit ausgestrahlten Botschaft „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) statt. Bereits am Donnerstagmorgen hatte der Papst die heiligen Öle für die Feier der katholischen Sakramente gesegnet.

Zu den Osterfeiertagen sind in Rom besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen wegen der Gefahr von Terroranschlägen islamischer Extremisten getroffen worden. Die Gläubigen, die an den Feiern im Petersdom teilnehmen wollen, werden Kontrollen wie an Flughäfen unterzogen. Zudem wurde die Bewachung tausender Sehenswürdigkeiten sowie von Flughäfen, Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen verstärkt. Italien gehört zu den Ländern, die das Vorgehen der USA im Irak von Anfang an unterstützen. Mehr als 3 000 italienische Soldaten sind im Südirak stationiert.

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