Terroranschläge: War Paris nur der Auftakt?

Terroranschläge
War Paris nur der Auftakt?

Die Extremistenmiliz IS will nach dem Attentat in Paris nun offenbar in weiteren europäischen Hauptstädten Terroranschläge verüben. Verteidigungsministerin von der Leyen sieht auch Deutschland bedroht.
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ParisDie Extremistenmiliz IS hat einem Pressebericht zufolge die Anschläge von Paris zum Auftakt einer europaweiten Terrorwelle erklärt. Dies hätten Abhörspezialisten des US-Geheimdienstes NSA herausgefunden, berichtete die Zeitung „Bild am Sonntag“ vorab unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise.

Den Experten sei es kurz nach den Attentaten in Frankreich gelungen, Kommunikationsverkehr der IS-Führung abzufangen. Darin sei Paris zum Fanal für eine Anschlagserie erklärt worden, die auch andere europäische Hauptstädte treffen solle. Auch von Rom sei die Rede gewesen. Konkrete Planungen seien allerdings nicht bekannt.

Der Zeitung zufolge warnte zudem der britische Inlandsgeheimdienst MI5 unter anderem deutsche Sicherheitsbehörden vor Anschlägen auf Flugzeuge mit Sprengstoffen, die angeblich von Sicherheitsdetektoren nicht aufgespürt werden könnten. Das Blatt berichtete ferner, die mutmaßlichen Attentäter von Paris seien womöglich Teil eines Terror-Netzwerkes. US-Ermittler hätten erste Hinweise darauf, dass die Brüder Cherif und Said Kouachi Kontakte in die Niederlande hatten.

Kurz vor seinem Tod hatte einer der Brüder in einem Telefonat mit dem Sender BFM erklärt, er handele im Auftrag von Al-Kaida im Jemen. Coulibaly erklärte in dem Sender, er fühle sich der Extremistenorganisation Islamischer Staat verbunden. Er sehe sich als Verteidiger des palästinensischen Volkes und habe bewusst Juden als Ziel ausgesucht.

Nach den Attentaten in Paris hatte der IS mit einer größeren Terrorkampagne und weiteren Angriffen in Europa und den USA gedroht. „Wir haben mit der Operation in Frankreich begonnen, für die wir die Verantwortung übernehmen“, hatte der IS-Prediger Abu Saad al-Ansari nach Angaben von Anwesenden in einer Moschee der nordirakischen Stadt Mossul gesagt. „Morgen werden es Großbritannien, die USA und andere sein.“ Einen Zusammenhang der Anschläge mit IS behauptete auch Amedy Coulibaly, einer der am Freitag getöteten Attentäter von Paris.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sieht auch Deutschland durch den IS bedroht und begründete damit am Sonntag die deutsche Beteiligung am Kampf gegen die Terrormiliz. „Je länger der IS stark und attraktiv bleibt, desto mehr steigt die Bedrohung für uns zu Hause“, sagte die CDU-Politiker auf ihrer Reise in den Irak. „Es geht darum, den Mythos der Unbesiegbarkeit des IS zu brechen.“

Die Bundeswehr hat bereits Waffen im Wert von 70 Millionen Euro an die kurdische Armee im Nordirak für den Kampf gegen den IS geliefert. In den nächsten Wochen sollen zudem bis zu 100 Militärausbilder in die Kurden-Hauptstadt Erbil entsandt werden. Deutschland ist Teil der internationalen Allianz gegen den IS, der rund 60 Länder angehören.

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