Terroranschlag in Istanbul
Empörung über israelfeindlichen Tweet nach Anschlag

Nach dem Terroranschlag in Istanbul hat ein Tweet einer Mitarbeiterin der türkischen Regierungspartei für Aufregung gesorgt. Unterdessen suchen die Behörden weiter nach den Hintermännern der Tat.

IstanbulEine Mitarbeiterin eines Lokalbüros der türkischen Regierungspartei AKP hat nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul mit einem israelfeindlichen Tweet für Empörung gesorgt. Zu dem Angriff, bei dem unter anderen drei Menschen mit israelischen Pässen getötet und mehrere weitere Israelis verletzt wurden, schrieb Irem Aktas auf Twitter: „Ich wünsche mir, dass die israelischen Staatsbürger nicht verwundet, sondern getötet worden wären.“

Aktas arbeitet in einem kommunalen Büro der AKP, die von Präsident Recep Tayyip Erdogan gegründet wurde. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, seine Regierung habe die politische Führung in Ankara wegen der Aussage kontaktiert. Die türkische Regierung habe versichert, Schritte gegen die Mitarbeiterin zu ergreifen. Türkischen Medienberichten zufolge soll Aktas entlassen werden.

Drei der Todesopfer des Selbstmordanschlags sind Israelis. Das israelische Außenministerium in Jerusalem bestätigte am Sonntag ferner, zwei von ihnen hätten auch eine US-Staatsbürgerschaft. Dabei handelt es sich nach Medienberichten um einen 40-Jährigen sowie einen 70-Jährigen. Das dritte Opfer sei eine 60-Jährige. Die Mutter von vier Kindern und mehrfache Großmutter war mit ihrem Mann in der türkischen Stadt im Urlaub. Ihr Ehemann sei unter den Verletzten, berichteten israelische Medien.

Bei dem Selbstmordanschlag auf einer Flaniermeile in Istanbul waren am Samstag fünf Menschen getötet worden. Mindestens 36 weitere Menschen wurden verletzt, als der Attentäter am Samstagmorgen auf der Istiklal-Straße seine Bombe zündete. Unter den Verletzten befanden sich zwölf Ausländer, darunter auch ein deutscher Staatsbürger.

Es ist der bereits sechste Selbstmordanschlag in der Türkei seit Juli 2015. Ein Bekenntnis gab es am Samstag nicht. Unter Verdacht stünden die Terrormiliz Islamischer Staat und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, sagte ein hoher Regierungsbeamter.

Die private türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete, es seien DNA-Proben von Familienmitgliedern zweier möglicher IS-Kämpfer genommen worden, die das Attentat verübt haben könnten. Offiziell bestätigt wurde dies nicht. Für die fünf vorangegangenen Anschläge mit mehr als 200 Toten hatte sich entweder die PKK verantwortlich erklärt oder die türkischen Behörden machten den IS als Urheber aus.

Regierungschef Ahmet Davutoglu berief nach dem Anschlag ein Sicherheitstreffen ein. „Die Türkei hat immer gesagt, dass Terrorismus keine Religion, keine Sprache und keine Rasse hat und dass Terrorismus verurteilt werden muss, ganz egal, wer die Täter sind“, ließ er mitteilen. Der Anschlag habe einmal mehr gezeigt, wie richtig diese Position sei.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte die Tat ebenso wie der Sprecher des amerikanischen Sicherheitsrates, Ned Price.

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