Terroranschlag in Kopenhagen
Ein Toter bei Diskussion zu Mohammed-Karikaturen

In Kopenhagen ist ein Anschlag auf ein Kulturzentrum verübt worden. Offenbar galt er einem Karikaturisten. Die Täter verfehlten ihr Ziel, doch ein Mensch starb. Die Ministerpräsidentin geht von einem Terrorakt aus.
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KopenhagenTerroralarm in Kopenhagen: Bei einer Schießerei in der dänischen Hauptstadt sind laut Polizei ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden. Die Schüsse seien am Samstag während einer Veranstaltung über Kunst, Gotteslästerung und Meinungsfreiheit gefallen; sie galten offensichtlich dem schwedischen Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks.

Die dänische Regierung geht bei dem Angriff von einem Terrorakt aus. „Alles deutet darauf hin, dass die Schüsse eine politisch motivierte Attacke darstellen und deswegen ein Akt des Terrorismus sind“, sagte Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt am Samstagabend in Kopenhagen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat den Anschlag auf eine Konferenz zur Meinungsfreiheit in Kopenhagen als terroristischen Akt verurteilt. „Die internationale Gemeinschaft wie die Staaten jeder für sich werden sich dieser Art von Terrorismus nicht beugen“, sagte Steinmeier am Samstag bei einem Besuch in Peru. „Wir stehen ein für die Freiheit und wir wollen sie für die Menschen in unseren Staaten erhalten.“ Zusammen mit dem peruanischen Außenminister Gonzalo Gutierrez sprach er zugleich Dänemark sein Mitgefühl aus.

Nach dem blutigen Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, bei dem im Januar zwölf Menschen getötet worden waren, lösten die Schüsse in Kopenhagen Panik aus. Zeitweise herrscht Chaos im Umfeld des Tatortes.

Laut dänischen Medien wurde am Abend nach zwei Tätern gefahndet. Sie sollen von außen mit automatischen Waffen auf das Kulturzentrum gefeuert haben, in dem die Diskussion stattfand. In den Fenstern des Hauses waren zahlreiche Einschusslöcher zu sehen. Die Angreifer sollen mit einem VW Polo geflüchtet sein.

Zu den Rednern bei der Veranstaltung gehörte auch Vilks. Der französische Botschafter François Zimeray war ebenfalls dabei. „Ich bin unversehrt im Gebäude“, twitterte er. Auch Vilks blieb den Angaben zufolge unverletzt.

Vilks war bereits mehrfach Ziel von Extremisten. Im Mai 2010 warfen zwei Männer Benzinflaschen durch ein Fenster in das Haus des Mohammed-Karikaturisten. 2007 war auf den Zeichner im Internet von einem Al-Kaida-Ableger im Irak ein Kopfgeld von 150 000 Dollar ausgesetzt worden. Der schwedische Künstler hatte eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt.

Im Januar 2014 wurde in den USA die Amerikanerin Colleen LaRose alias „Dschihad Jane“ zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie nach Überzeugung des Gerichts zusammen mit islamistischen Verschwörern Vilks töten wollte. Das Mordkomplott wurde damals nicht ausgeführt. LaRose sei 2008 zwar nach Europa gereist, aber ein Treffen mit den Drahtziehern der Verschwörung kam nicht zustande, hieß es. Die Frau sei dann in die USA zurückgekehrt und später festgenommen worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • „„Die internationale Gemeinschaft wie die Staaten jeder für sich werden sich dieser Art von Terrorismus nicht beugen“, sagte Steinmeier....“ Sie hat sich längst ergeben, ist in Leisetreterei übergegangen. Feste werden umbenannt, Umzüge finden nicht statt weil es eine Terrorwarnung gab, Versammlungen unter freiem Himmel werden abgesagt sobald die Gesellschaftsordnung einer bestimmten Zuwanderergruppe als Kritikpunkt auftaucht, Theatervorstellungen fanden nicht statt weil sich Angehörige dieser Gesellschaftsordnung hätten „beleidigt“ fühlen können, Ausstellungen zum Thema werden geschlossen und immer stehen die Auswüchse der Gesellschaftsordnung Islam im Focus, weil ein zu großer Teil deren Angehörigen ein Problem mit Kritik an ihrer Gesellschaftsordnung oder dessen „Stifter“ haben. Die wohlfeilen, markigen Einlassungen der Politiker sind so verlogen, daß der ein Narr ist, der glaubt daß sich etwas an deren Haltung ändert. Sie werden uns weiterhin erzählen, daß gerade diese Zuwanderer äußerst wichtig für „unsere Gesellschaft“ sind, weil sie dem „demographischen Wandel“ entgegen wirken, weil „wir“ durch sie kulturell „bereichert“ werden. Die Angehörigen dieser Gesellschaftsordnung können in ihrer Mehrzahl nichts mit den Freiheiten einer offenen, pluralen Gesellschaft anfangen und nutzen sie lediglich dazu aus, „ihre Religion“ so auszuleben, wie es ihnen selbst in islamischen Ländern nicht gestattet würde. Politik, Kirchen, Gewerkschaften sehen diesem Treiben zu und bekämpfen die, die gegen diese Auswüchse und Angriffe gegen die Freiheit auf die Straße gehen. Sie verunglimpfen diese Bürger als Fremdenfeinde, Nazis und mehr. „Unsere“ Politiker verteidigen nur ihre Pfründe, Land und Volk sind ihnen egal. Am Ende dieser Kette steht, daß unserer Kultur eine andere übergestülpt wurde und wir im Land unserer Väter die noch geduldete Minderheit darstellen, die sich fortan den Regeln einer intoleranten und unduldsamen Gesellschaftsordnung zu unterwerfen hat. Wollen wir das?

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