Terrorfahnder setzen auf Öffentlichkeit
Haftbefehl gegen zweiten Bahn-Bomber

Auch gegen den zweiten mutmaßlichen Kofferbomben-Attentäter ist Haftbefehl erlassen worden. Bei der Suche nach dem Flüchtigen setzen die Terror-Fahnder auf Hilfe aus der Bevölkerung. Ein neues Plakat soll Aufschluss über seinen Aufenthaltsort geben. Dem BKA zufolge wurden bislang fünf Anschläge in Deutschland verhindert.

HB FRANKFURT. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat seine Fahndung nach dem zweiten Bombenleger verstärkt und am Mittwoch ein Foto des verdächtigen 20-jährigen Libanesen veröffentlicht. Zudem wurde Haftbefehl erlassen. Der flüchtige Mann wird ebenfalls wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, des vielfachen versuchten Mordes und der versuchten Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion gesucht. Das teilte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mit.

Dschihad Hamad hat sich nach Angaben von BKA-Präsident Jörg Ziercke höchstwahrscheinlich noch am Abend der gescheiterten Anschläge in seine Heimat abgesetzt. Offen sei, ob er wie sein in Haft sitzender Komplize Youssef Mohamad E. H. inzwischen zurückgekehrt sei.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung kam Dschihad Hamad auf Einladung eines Essener Autohändlers nach Deutschland. Der Geschäftsmann ist auch Mitglied des Essener Integrationsbeirates. Er war im Zuge der Terrorfahndung nach den Kofferbomben-Attentätern am Dienstag festgenommen worden, befindet sich seit Mittwoch aber wieder auf freiem Fuß, wie die Stadt Essen unter Hinweis auf entsprechende Polizeiinformationen berichtete.

Bild für Bild: Die Spuren der Kofferbomber

Der aus dem Libanon stammende Geschäftsmann sagte der Zeitung: „Ich kenne einen Verwandten des mutmaßlichen Attentäters. Dieser bat mich vor zwei Jahren darum, eine schriftliche Einladung abzugeben, damit der junge Mann aus dem Libanon nach Deutschland kommen kann, um hier zu studieren.“ Dies sei für eine Einreise-Erlaubnis nötig gewesen, da der Verwandte selbst damals arbeitslos gewesen sei.

„Ich habe diese Einladung geschrieben und den Beschuldigten danach nur einmal getroffen. Das ist mein einziger Fehler.“ Auch in einem WDR- Interview bestritt der Autohändler, mit einem der Täter verwandt zu sein oder in irgendeiner anderen Weise mit den fehlgeschlagenen Anschlägen zu tun zu haben.

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