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08.01.2009 
Interview mit MI5-Chef Evans

Terrorgefahr in Großbritannien sinkt

von Matthias Thibaut

Zum ersten Mal gibt ein britischer Geheimdienstchef ein Interview - und dann hat er auch noch gute Nachrichten: Nach Ansicht von Jonathan Evans, Boss des James-Bond-Geheimdienstes MI5, ist die Terrorgefahr in Großbritannien spürbar gesunken. Seine Einschätzung kommt überraschend.

Jonathan Evans, Chef des britischen Geheimdienstes, äußert sich erstmals öffentlich. Foto: APLupe

Jonathan Evans, Chef des britischen Geheimdienstes, äußert sich erstmals öffentlich. Foto: AP

LONDON. Großbritannien gewinnt nach Einschätzung des Inlandsgeheimdienstes MI5 langsam die Oberhand im Kampf gegen den Terrorismus - auch wenn die Weltwirtschaftskrise neue Gefahren mit sich bringt. So sei etwa mit weiteren zusammenbrechenden Staaten oder einer Zunahme der Wirtschaftsspionage zu rechnen, sagte MI5-Boss Jonathan Evans im ersten Interview eines britischen Geheimdienstchefs überhaupt.

Im Kampf gegen den Terrorismus könne Großbritannien aber Erfolge feiern, betonte Evans im Gespräch mit führenden britischen Zeitungen. So planten Terroristen nach den Erkenntnissen des Dienstes heute weniger Terroranschläge im Königreich als noch vor 18 Monaten.

Evans führt dies auf die große Zahl von Gerichtsverfahren in den vergangenen zwei Jahren zurück, die mit harten Strafen gegen Terrorverschwörer endeten: "Seit Januar 2007 gab es 86 rechtskräftige Verurteilungen, und fast die Hälfte der Verurteilten bekannten sich schuldig", sagte der MI5-Chef. "Dies hatte eine abkühlende Wirkung auf den Enthusiasmus der Verschwörer." Trotzdem versuche das Terrornetz El Kaida weiter, junge muslimische Briten für Anschläge in Großbritannien anzuwerben.

Große Terrorgefahr geht laut Evans weiter vom Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan aus, wo es viele Ausbildungslager für islamistische Kämpfer gebe. "Extremisten aus der ganzen Welt treffen sich dort. Deshalb ist der Krieg in Afghanistan im langfristigen Interesse unserer Sicherheit hier im Vereinigten Königreich." Evans bestätigte zum ersten Mal, dass die Verantwortlichen für die Anschlagsserie im indischen Bombay vom November indirekte Verbindungen zu Großbritannien hatten.

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