Terrorgrupe tötet Geisel
IS verbrennt jordanischen Piloten

Alle Verhandlungen über eine Freilassung waren wohl eine Farce: Der von der Terrormiliz IS festgehaltene jordanische Pilot ist seit einem Monat tot. Die Dschihadisten veröffentlichten dazu erneut ein schreckliches Video.
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Tunis/WashingtonIn ihrer bislang grausamsten Videobotschaft hat die Terrormiliz Islamischer (IS) Staat den Tod des jordanischen Piloten Muas al-Kasasba verkündet. In dem im Internet verbreiteten rund 22-minütigen Film wird ein Mann, der wie Al-Kasasba aussieht, bei lebendigem Leib verbrannt. Das US-Außenministerium teilte mit, die Echtheit des Videos werde geprüft. Bis zuletzt hatte die jordanische Regierung nach einer Lösung gesucht - und sogar erwogen, einem Gefangenenaustausch zuzustimmen. Doch offensichtlich waren die Verhandlungen eine Farce: Dem jordanischen Staatsfernsehen zufolge soll der Pilot bereits vor einem Monat umgebracht worden sein.

Al-Kasasba war am 24. Dezember über dem nordsyrischen Al-Rakka abgestürzt und von den IS-Dschihadisten gefangen genommen worden. Der 26 Jahre alte Oberleutnant war der erste Soldat der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz, der in die Hände der Extremisten gefallen war.

Das jordanische Militär schwor den Dschihadisten Rache. „Das Blut des Märtyrers wird nicht umsonst geflossen sein“, sagte ein Armeesprecher in einer Ansprache im jordanischen Fernsehen. „Unsere Rache wird das Ausmaß des Schmerzes haben, der allen Jordaniern zugefügt wurde.“ Die Armee habe alle Mühen auf sich genommen, Al-Kasasba frei zu bekommen von den „Kräften der Dunkelheit und des Bösen“, fügte er hinzu. König Abdullah II. von Jordanien verkürzte laut Staatsfernsehen seinen Washingtonbesuch und trat die Rückreise in seine Heimat an.

„Dies ist das erste Mal, dass die Gruppe eine Geisel verbrannt hat, die große Beachtung in den Medien gefunden hat“, stellte das auf Terrorismus spezialisierte Intel Center aus Alexandria bei Washington fest. „Dies zeigt, dass die Gruppe fortlaufend ihre Methoden weiterentwickelt, um die größte Publicity zu erzielen.“ In dem schockierenden Video ist zu sehen wie sich der in Flammen stehende Mann im Todeskampf hin und her wirft, an die Gitterstäbe stößt und schließlich zusammenbricht.

Der sogenannte Islamische Staat (IS) hatte Ende Januar von dem haschemitischen Königreich gefordert, die seit 2005 in Jordanien inhaftierte Islamistin Sadschida al-Rischawi gegen die japanische Geisel Kenji Goto freizulassen. Die Regierung in Amman hatte jedoch zusätzlich ein Lebenszeichen seines Piloten gefordert. Daraufhin veröffentlichten die Dschihadisten ein Video, in dem die Enthauptung Gotos gezeigt wurde.

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Pilot ist schon länger tot

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  • Geisel bei lebendigen Leib verbrannt.
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    Das ist wohl die neue Art der Terrormiliz für Aufmerksamkeit zu sorgen. An das Kopfabschneiden hat man sich ja schon gewöhnt.
    Jetzt also der "Scheiterhaufen".

    "US-Präsident Barack Obama verurteilte die IS-Terrormiliz als «bösartige und barbarische Organisation»."

    Die Terrormiliz forderte im Austausch gegen den Piloten die Freilassung einer Terroristin. Allerdings war der Pilot da schon lange tot.

  • Wer lügt, gehört nicht zu diesem Land!

  • Islam-studieren Sie den Koran. Das Alles ist nur der Anfang. Wer kann einer relative Gruppe IS solche grosse Macht in allen Laendern geben? Wer steckt dahinter? Das kostet doch eine grosses Menge Geld von den zu tot gequaelten Menschen ganz zu schweigen. Wie geht das weiter? Eine kleine Gruppe oder war sie schon seit Jahren eine grosse Gruppe. ? Man muss die Hintermaenner finden!

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