Terrorgruppe
Al-Sarkawi droht Bush in Videobotschaft

Der Anführer der El-Kaida-Terroristen im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, hat sich erstmals per Video zu Wort gemeldet. In seiner Botschaft richtete er eine Warnung an US-Präsident Bush - und lobte seine Anhänger für ihre Ausdauer im Kampf gegen den Westen.

HB KAIRO. Der jordanische Top-Terrorist erklärt in der am Dienstag im Internet veröffentlichten Aufnahme, die nach seinen Angaben vom vergangenen Freitag stammt, Bush hätte das „Waffenstillstandsangebot“ von Osama bin Laden annehmen sollen. „Dies hätte ihm und anderen genutzt, aber seine Arroganz hat ihn daran gehindert“, fuhr er fort. Al-Sakawi, der sein Gesicht nicht verhüllt, ist auf den Bildern in schwarzer Kleidung mit grüner Weste und einem Sturmgewehr zu sehen. Auch wird gezeigt, wie er eine Gruppe maskierter Männer im Freien ausbildet.

In dem Video bezeichnet er sich selbst als „Emir“ der El-Kaida- Kämpfer im Irak und erklärt, er sei stolz dem Rat der Gotteskrieger des Iraks anzugehören. Seine Extremistengruppe werde den Kampf gegen die „Kreuzritter“ fortsetzen, sagte Al-Sarkawi. Die neue irakische Kabinett werde genauso aus „Agenten“ bestehen wie andere Regierungen, die unter Aufsicht der USA gebildet worden seien: „Sie ist ein Dolch im Herz der islamischen Nation“. Die anderen im Irak agierenden Extremistengruppen warnte er davor, den bewaffneten Kampf aufzugeben.

Keine Zweifel an der Authentizität

Al-Sarkawis Terrorgruppe hat sich zu einigen der brutalsten Anschläge und grausamsten Entführungen im Irak bekannt. An der Authentizität des Videobandes, das verschiedene arabische und amerikanische Nachrichtensender am Abend in Ausschnitten ausstrahlten, meldete niemand Zweifel an. Abgesehen von seinem schwarzen Bart, sah er auf den Aufnahmen genauso aus wie auf früheren Fahndungsfotos. Er trug in dem Video einen Sprengstoffgürtel. In einer Sequenz schießt er in der Wüste auf ein nicht sichtbares Ziel und ist zusammen mit einem anderen Mann zu sehen.

Das Band wurde zwei Tage nach einer Tonband-Botschaft von Terrorchef Bin Laden veröffentlicht, in der sich dieser erstmals seinem Jahr wieder zu Wort gemeldet hatte. Die USA haben ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar auf Al-Sarkawi ausgesetzt. In seiner Heimat wurde er bereits mehrfach in Abwesenheit zum Tode verurteilt. In den 90-er Jahren saß Al-Sarkawi dort bereits wegen kleineren Straftaten im Gefängnis. Anschließend soll er in Afghanistan auch mit Osama Bin Laden zusammengekommen sein. Im Irak stieg er später zum Anführer der Extremistengruppe Tawhid wa Dschihad (Einheit und Heiliger Krieg) auf. Ende 2004 nannte er sie in El-Kaida im Irak um.

Rumsfeld im Irak

Unterdessen ist US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Mittwochmorgen überraschend im Irak eingetroffen. Nach Informationen des Senders CNN will Rumsfeld dort stationierte US-Truppen besuchen. Es wird erwartet, dass Rumsfeld in Bagdad auch mit Ministerpräsident Dschawad al-Maliki zusammentrifft, der mit der Bildung der neuen irakischen Regierung beauftragt worden ist. Präsident Dschalal Talabani hatte den Schiiten Al-Maliki am Sonnabend berufen. Wegen der angespannten Sicherheitslage im Irak werden derartige Besuche von US- Regierungsmitgliedern nicht angekündigt.

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