Terrorgruppe droht mit Ermordung von dritter Geisel
Zweite US-Geisel ermordet

Die Gräueltaten im Irak nehmen kein Ende. Nur einen Tag nach der Hinrichtung des Amerikaners Eugene Armstrong haben die Terroristen ihre Drohung wahr gemacht und einen weiteren US-Bürger getötet.

HB BAGDAD/KAIRO/LONDON. Die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad hat nach eigenen Angaben im Irak eine zweite US-Geisel enthauptet. In einem Bekennerschreiben, das auf einer Islamisten-Internetseite veröffentlicht wurde, hieß es, die Geisel sei nach Ablauf eines Ultimatums getötet worden.

In der Gegend von Bagdad wurde ein Enthaupteter gefunden, wie der amerikanische Nachrichtensender CNN unter Berufung auf US-Angaben in der Nacht zum Mittwoch berichtet. Ob es sich bei dem Toten um den US-Bürger Jack Hensley handelt war zunächst unklar. Die Gruppe des Top-Terroristen Abu Mussab el Sarkawi hatte am Montag ein Video mit der Enthauptung des US-Bürgers Eugene Armstrong im Internet verbreitet. Die Entführer hatten gedroht, eine weitere Geisel zu töten, sollten nicht binnen 24 Stunden alle weiblichen irakischen Gefangenen in den Gefängnissen Abu Ghoreib und Umm Kasr freigelassen werden. Eine unabhängige Bestätigung der Internet- Angaben gab es zunächst nicht.

Nach der Enthauptung der zwei US-Geiseln hat die Terrorgruppe El Tawhid wa El Dschihad nun auch mit der Ermordung ihrer dritten britischen Geisel gedroht. Diesmal stellten die Terroristen um Abu Mussab el Sarkawi in einer im Internet veröffentlichten Erklärung jedoch kein zeitlich begrenztes Ultimatum für ihre Forderung nach Freilassung aller weiblichen irakischen Gefangenen aus US-Haft. „Den britischen Gefangenen wird das gleiche Schicksal ereilen (wie die zwei US-Geiseln), wenn die britische Regierung nicht das tut, was sie tun muss, um ihn zu befreien“, hieß es in der mit Hassparolen durchsetzten Erklärung.

Die irakische Zeitung „Al-Mashriq“ berichtete am Mittwoch, das Justizministerium in Bagdad überprüfe die Haftgründe für zwei weibliche Gefangene. Die Frauen werden als hochrangige Vertreterinnen des gestürzten Regimes von Saddam Hussein im US-geführten Gefängnis am Bagdader Flughafen festgehalten. Rihab Taha und Huda Ammasch hatten einst in der Biowaffen-Forschung gearbeitet. Ammasch war die Frau mit dem höchsten Rang in Saddams Baath-Partei gewesen. Ihr Name stand, anders als der Tahas, auf der vom US-Militär erstellten Liste der 55 meistgesuchten ehemaligen Regimegrößen.

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