Terrorgruppe um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi
Ermordung eines Diplomaten angedroht

Die Terrorgruppe um den Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi hat die Ermordung des am vergangenen Wochenende im Irak entführten ägyptischen Diplomaten Ihab al-Scharif angedroht. Unterdessen wurde bekannt, dass die US-Armee im Irak auch fünf US-Bürger gefangen hält.

HB KAIRO. In einer angeblich von den Terroristen verfassten Erklärung, die am Mittwoch in einem Islamisten-Internetforum veröffentlicht wurde, hieß es, das „Scharia-Gericht“ der Gruppe habe al-Scharif zum Tode verurteilt, weil dieser in seiner Eigenschaft als Botschafter den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak verteidigt habe. Mubarak wurde als der „ägyptische Tyrann“ bezeichnet. Ägypten sei ein Verbündeter der USA und habe den Amerikanern geholfen, „Gotteskrieger“ gefangen zu nehmen, hieß es weiter.

Zuvor hatten die Entführer im Internet ein Foto von Ausweispapieren des Botschafters veröffentlicht. Al-Scharif war in Bagdad entführt worden. Das ägyptische Außenministerium bemüht sich seither um seine Freilassung, hat aber bisher keine Stellungnahme zu dem Fall abgegeben. In der im Internet veröffentlichten Erklärung kritisierte Sarkawi islamische Rechtsgelehrte, die Anschläge seiner Gruppe auf Muslime im Irak zur „Sünde“ erklärt haben. Es sei falsch, wenn sich Islam- Gelehrte zu Gunsten der arabischen Regime von den „Gotteskriegern“ abwendeten. „Die irakische Armee wurde gegründet, um die Sunniten zu liquidieren“, rechtfertigte er die Attacken auf die irakischen Sicherheitskräfte.

Der stellvertretende jordanische Ministerpräsident Marwan Muaschar sagte am Mittwoch in Amman, seine Regierung werde sich durch die Entführung nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen, demnächst einen Botschafter nach Bagdad zu schicken. Am Dienstag hatten Terroristen auf Konvois der Geschäftsträger der pakistanischen und der bahrainischen Botschaft in Bagdad geschossen. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten Unbekannte bereits am Sonntag ein Auto der russischen Botschaft beschossen. Niemand kam zu Schaden.

Zu den radikalen Scheichs, die sich von den Anschlägen auf irakische Zivilisten distanziert hatten, gehört auch Al-Sarkawis ehemaliger Mentor Abu Mohammed al-Makdissi. Al-Makdissi war vergangene Woche in Jordanien aus der Haft entlassenen worden. In der Nacht zum Mittwoch wurde er jedoch nach einem Interview mit dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira erneut inhaftiert. Der jordanische Regierungschef Muascher sagte dazu: „Er wurde wieder verhaftet, nachdem die Behörden Informationen erhalten haben, wonach er neue Kontakte zu Terrorgruppen aufgenommen haben soll.“

Die Sarkawi zugeschriebene Erklärung gab auch die Gründung einer eigenen Brigade zum Kampf gegen die schiitischen Badr-Brigaden bekannt. Kritisiert wurde außerdem, dass viele Irakerinnen nicht bereit seien, ihre Söhne und Ehemänner in die Schlacht zu schicken.

In Bedschi nördlich von Bagdad erschossen Aufständische zwei irakische Soldaten und einen Ladenbesitzer, bei dem die Soldaten eingekauft hatten. Ein Polizeioffizier kam bei einem Angriff auf eine Patrouille in Bagdad ums Leben. Zehn seiner Kollegen wurden verletzt.

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