Terrorgruppen haben wieder Wohnviertel im Visier
Riad: US-Botschaft warnt vor weiteren Anschlägen

Aus Sicht der US-Botschaft in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind Wohnviertel westlicher Ausländer noch immer in Gefahr. Darauf hat die Botschaft am Dienstag hingewiesen. Außerdem wurde eine Warnung für die kenianische Hauptstadt Nairobi ausgegebent.

HB RIAD/NAIROBI. Die US-Botschaft in Riad schrieb in einer Warnung an in Saudi-Arabien lebende US-Bürger, es lägen Informationen vor, dass derzeit mindestens ein Wohnviertel westlicher Ausländer in der Hauptstadt von gewalttätigen Gruppen beobachtet werde. Im vergangenen Monat und im Mai waren bei Selbstmordanschlägen auf Ausländer-Wohnviertel in Riad insgesamt mehr als 50 Menschen getötet worden, darunter auch US-Bürger. In einer weiteren US-Mitteilung wurden US-Bürger aufgefordert, wegen einer Anschlagsdrohung in den kommenden Tagen das Zentrum Nairobis zu meiden. Dort wurde am Dienstag zudem ein Bürogebäude nach einer Bombendrohung evakuiert. 1998 war die US-Botschaft in Nairobi Ziel eines Anschlags gewesen, bei dem 214 Menschen ums Leben kamen. „Jüngste bestätigte Informationen weisen darauf hin, dass das Wohnviertel Seder in Riad aktiv von terroristischen Elementen beobachtet und überwacht wird“, hieß es in der Warnung der US-Botschaft. Aber auch andere Wohngebiete westlicher Ausländer könnten das Ziel von Anschlägen werden. Vor drei Tagen hatte Großbritannien seine 30 000 Bürger in Saudi-Arabien vor weiteren Anschlägen gewarnt. Die saudi-arabischen Sicherheitskräfte haben in der vergangenen Woche eigenen Angaben zufolge einen Anschlag verhindert. Die Regierung des Landes greift seit den Anschlägen von Mai, für die sie die El-Kaida-Organisation des in Saudi-Arabien geborenen Osama bin Laden verantwortlich macht, hart gegen extremistische Gruppen durch.

Die Warnung in Nairobi wurde nur wenige Tage vor einem Besuch des US-Gesundheitsministers Tommy Thompson in Kenias Hauptstadt ausgesprochen. „Die US-Regierung hat jüngst eine anonyme Warnung erhalten, in der eine terroristische Bedrohung von amerikanischen und westlichen Interessen im Zentrum Nairobis präzisiert wird“, hieß es darin. Die USA hatten in der Vergangenheit wiederholt Reisewarnungen für Kenia ausgesprochen.

Das evakuierte Bürogebäude, in dem sich Vertretungen der britischen Barclays Bank, der niederländischen Fluggesellschaft KLM und ein Teil der Räumlichkeiten der französischen Botschaft befinden, wurde von Spürhunden durchsucht. In dem Gebäude hatten sich nach Angaben eines Sicherheitsbeamten rund 600 Menschen aufgehalten, als eine telefonische Bombendrohung bei KLM einging. Im vergangenen Monat waren bei zwei Selbstmordanschlägen auf das britische Konsulat und die Großbank HSBC in der türkischen Handelsmetropole Istanbul mindestens mehr als 25 Menschen getötet worden.

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