Terrorinhalte im Netz
Europäer nehmen Google in die Pflicht

Das Thema Terrorbekämpfung betrifft nun auch extremistische Botschaften im Netz. Mehrere europäische Länder fordern deren Löschung in maximal zwei Stunden. Doch die Umsetzung ist für Suchmaschinen nicht ganz einfach.
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New York/BrüsselInternetfirmen sollen künftig extremistische Botschaften schneller von ihren Plattformen entfernen. Das sieht eine gemeinsame Initiative Großbritanniens, Frankreichs und Italiens vor, die am Mittwoch am Rande der UN-Vollversammlung in New York vorgestellt wird. Zu der Veranstaltung schicken auch die betroffenen Konzerne Facebook, Microsoft und die Google-Muttergesellschaft Alphabet Vertreter. Die drei europäischen Länder fordern eine rasche Beseitigung „terroristischer Inhalte“ aus Online-Netzwerken. So sollen etwa Propagandamaterial für Gruppen wie die Extremisten-Miliz IS sowie Anleitungen zum Bombenbau oder Anschlägen mit Fahrzeugen binnen ein bis zwei Stunden gelöscht werden. Denn in diesem Zeitraum sei der Verbreitungsgrad am stärksten, so die Argumentation.

„Die Branche muss besser und schneller darin werden, terroristische Inhalte im Internet per Automatisierung zu entdecken und zu entfernen sowie technologische Lösungen zu entwickeln, die überhaupt das Hochladen verhindern“, heißt es in einem Redebeitrag der britischen Premierministerin Theresa May für die Veranstaltung.

Die geforderte Löschung binnen ein bis zwei Stunden ist nach Aussagen der weltgrößten Internet-Suchmaschine Google extrem schwierig. „Wir machen große Fortschritte, aber die Entfernung all dieser Inhalte binnen weniger Stunden ist technologisch und wissenschaftlich enorm herausfordernd“, sagte Alphabet-Chefjurist Kent Walker laut Redetext. Man müsse menschliche Prüfer einstellen, die etwa Berichte von Journalisten von problematischen Inhalten unterscheiden könnten, und gleichzeitig Computerprogramme entwickeln, die Verstöße automatisch meldeten.

Die EU-Kommission droht den Internetunternehmen bereits mit verschärften Vorgaben, wenn sie ihre Anstrengungen zur Löschung illegaler Inhalte nicht verstärken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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