Terrorismus
Britische Polizei glaubt Haupttäter zu haben

Die Beteiligten an der Anschlagsverschwörung von London und Glasgow sind nach Überzeugung britischer Ermittler gefasst. Unterdessen soll ein Abschiedsbrief von zwei der Beteiligten gefunden worden sein.

HB LONDON. In Polizeikreisen hieß es am Mittwoch, mit den acht Festgenommenen seien die Haupttäter dingfest gemacht. Die Polizei sei den Verdächtigen auch auf Grund von Informationen auf die Schliche gekommen, die der Geheimdienst MI5 über militante Islamisten gesammelt habe. Das habe die Ermittlungen vorangebracht. Jetzt werde darüber nachgedacht, die Terrorwarnstufe von „kritisch“ auf „ernst“ zu senken.

Ein Terrorismus-Experte war nach Polizeiangaben am Mittwoch auf dem Weg nach Australien, um der dortigen Polizei bei der Befragung eines inhaftierten Arztes aus Indien zu helfen. Derweil gingen in London die Vernehmungen von sechs Tatverdächtigen weiter. Ein siebenter Mann, der am Samstag an dem fehlgeschlagenen Anschlag auf dem Glasgower Flughafen beteiligt war, lag weiter mit lebensgefährlichen Brandverletzungen im Krankenhaus.

Die acht Beschuldigten sind allesamt Ärzte oder sonst im staatlichen Gesundheitswesen Großbritanniens tätig. Zwei von ihnen kommen aus Indien, die anderen aus dem Nahen Osten. Premierminister Gordon Brown ordnete unterdessen an, die Einstellungspraxis für das staatliche Gesundheitswesen zu überprüfen: Fast 40 Prozent der Ärzte kommen aus dem Ausland. Brown beschuldigt die islamische Extremistenorganisation El Kaida, hinter den Tatverdächtigen zu stehen.

Der US-Fernsehsender CNN berichtet unter Berufung auf Ermittlerkreise, die britische Polizei habe Abschiedsbriefe der beiden Flughafenattentäter von Glasgow gefunden. Der Komplize des lebensgefährlich Verletzten sitzt in Untersuchungshaft. Laut CNN deutet der Inhalt des Schreibens darauf hin, dass die beiden mit ihrem Auto in das Terminal des Flughafens fahren wollten und den Wagen dort zur Explosion bringen wollten. Dem Sender zufolge glauben die Behörden, dass die beiden Verdächtigen auch die beiden bombengespickten Autos in London parkten, die nicht detoniert waren.

Ein anglikanischer Geistlicher hat einem Zeitungsbericht zufolge bereits im April in Bagdad von einem El-Kaida-Führer Hinweise auf eine Ärzteverschwörung erhalten. „Die euch heilen, werden euch töten“, habe der Islamist gewarnt. Der Geistliche Andrew White sagte der „Times“, er habe die Warnung einem hohen Beamten des Außenministeriums weitergegeben, allerdings nicht deren Wortlaut.

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