Terrorismus
Das Pentagon wird bei Pakistan unwirsch

Der US-Verteidungsminister ärgert sich über Pakistan. Das Pentagon meint zu wissen, wo sich der neue El-Kaida-Chef Aiman el Sawahiri aufhält. Zudem übt das in Pakistan ansässige Netzwerk Hakkani Anschläge aus.
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Washington/An Bord eines Flugzeugs der US-StreitkräfteDer neue El-Kaida-Chef Aiman el Sawahiri hält sich nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums weiter in Pakistan auf. „Wir haben keinen Hinweis darauf, dass er sich anderswo als in Pakistan befindet“, sagte Pentagon-Sprecher George Little am Mittwoch in Washington.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte im Juli bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul angegeben, Sawahiri lebe vermutlich in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans. Auf seine Forderung, die pakistanische Regierung solle gezielter nach dem Terroristen suchen, beklagte Islamabad seinerzeit eine mangelnde Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten.

El Kaida hatte zuletzt zum zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 eine Botschaft ins Internet gestellt, in der sich Sawahiri und dessen inzwischen getöteter Vorgänger Osama bin Laden zu Wort meldeten. Darin sagte Sawahiri nach Angaben des auf die Beobachtung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmen SITE, die USA leugneten aus Arroganz, dass sie der gesamten muslimischen Welt feindlich gegenüberstünden. Dies könne für die Vereinigten Staaten „ein Grund für eine Niederlage und ihren Sturz sein“.

Sawahiris Vorgänger Bin Laden war im Mai von einem US-Kommando in Pakistan getötet worden, wo er offenbar lange unbehelligt in einer Villa gelebt hatte.

Nicht nur wegen El-Kaida ist das Pentagon verärgert. Nach den 20-stündigen Kämpfen in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich US-Verteidigungsminister Leon Panetta frustriert über die Haltung Pakistans gezeigt. Die USA würden es nicht erlauben, dass in Pakistan ansässige Aufständische Angriffe auf US-Soldaten fortführten, sagte Panetta am Mittwoch während eines Fluges nach San Francisco.

Es sei inakzeptabel, dass das Hakkani-Netzwerk - das die USA für den koordinierten Angriff auf die US-Botschaft und das NATO-Hauptquartier in Kabul verantwortlich machen - tödliche Anschläge ausführe und anschließend in sein pakistanisches Rückzugsgebiet fliehen würde, sagte der Minister. Washington werde alles tun, um seine Truppen zu schützen. Ob dies auch weitere Militäraktionen einschließt, wollte Panetta nicht sagen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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