Terrorist spricht von "erfolgreicher Kampfoperation"
Bassajew bekennt sich zu Geiselnahme

Der tschetschenische Terrorist Schamil Bassajew hat sich nach Angaben einer Rebellen-nahen Website im Internet zur Geiselnahme in Beslan mit mehr als 330 Todesopfern bekannt - und gleichzeitig weitere Anschläge angedroht.

HB MOSKAU. „Wir werden weiter kämpfen, so wie es uns passt und opportun erscheint, und zwar nach unseren Regeln“, drohte Bassajew am Freitag auf einer Internetseite von Separatisten. Der radikale Moslem ist der meistgesuchte Mann Russlands. Er machte Präsident Wladimir Putin für die Tragödie verantwortlich, da er von Anfang an die Erstürmung der Schule geplant habe. Die Geiselnehmer hätten vergeblich seinen Rücktritt verlangt. Zugleich wies Bassajew Verbindungen zum Chef der Moslem-Extremistengruppe El Kaida, Osama bin Laden, zurück. Putin hatte die Rebellenchefs als Teil einer „Terroristischen Internationale“ bezeichnet.

Brigaden der von ihm geführten Gruppe Rijadus-Salichin hätten auch die beiden Anschläge auf russische Passagiermaschinen verübt, bei denen Ende August 89 Menschen ums Leben kamen, bekannte Bassajew auf der Internetseite der Separatisten. Die Geiselnehmer an der Schule in Beslan hätten einen Rückzug der russischen Truppen aus Tschetschenien oder aber den Rücktritt Putins gefordert. Sie hätten über Mittelsmänner auch angeboten, dass Kleinkindern Nahrung und Wasser gebracht werden könne, falls Russland mit der Erfüllung der Forderungen beginne. Insgesamt hatten die Extremisten in der Schule mehr als 1 100 Menschen zwei Tage lang ohne Wasser und Lebensmittel festgehalten. Nach der Tragödie von Beslan hatte Putin ein hartes Durchgreifen gegen Extremisten im Kaukasus angeordnet. Verhandlungen mit den Rebellenführern über eine Unabhängigkeit der russischen Republik lehnt er ab.

Verbindungen zu Bin Laden habe er nicht, erklärte Bassajew. „“Ich kenne Bin Laden nicht. Ich erhalte kein Geld von ihm, würde es aber auch nicht ablehnen“, fügte er hinzu. Zugleich machte Bassajew eine Rechnung auf, was ihn die jüngsten Anschläge gekostet hätten, bei denen mehr als 410 Menschen ermordet wurden: Für die Flugzeuganschläge habe er 4 000 Dollar aufwenden müssen, für die Bombenanschläge in Moskau 7 000 Dollar und für die Geiselnahme in Beslan 9 700 Dollar. Die russische Regierung hat Bassajew sowie den nationalistischen Tschetschenen-Anführer Aslan Maschadow für die Geiselnahme in Beslan verantwortlich gemacht und ein Kopfgeld von zehn Mill. Dollar auf die beiden ausgesetzt. Maschadow hat eine Beteiligung jedoch bestritten und die Tat verurteilt.

Bassajew hat sich seit Beginn des ersten Tschetschenien-Krieges Mitte der 90er Jahre zu zahlreichen Anschlägen, Geiselnahmen und Überfällen bekannt. Er soll Berichten zufolge eine Ehefrau sowie zahlreiche Verwandte im Bürgerkrieg verloren haben und ist nach einer Minenexplosion beinamputiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%