Terrormiliz im Bürgerkrieg
IS meldet sich in Syrien zurück

Der Bürgerkrieg in Syrien kennt keine Pause. Nahe der wichtigen Hauptverkehrsader nach Damaskus liefern sich Dschihadisten Kämpfe mit Regierungstruppen. Eine Stadt fällt offenbar an die Kämpfer des Islamischen Staates.

DamaskusIm syrischen Bürgerkrieg verbucht die Terrormiliz Islamischer Staat Geländegewinne. IS-Kämpfer hätten am Sonntag nach heftigen Kämpfen mit Regierungstruppen die Stadt Mahin in der Provinz Homs eingenommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mahin liegt 25 Kilometer östlich der wichtigen Hauptverkehrsstrecke von Homs nach Damaskus.

Der IS-Sender Al-Bajan berichtete, die Extremisten hätten in der Stadt auch ein großes Waffenlager erobert. Nach Angaben der Beobachtungsstelle kämpft sich der IS weiter Richtung Westen. Auch in der Nähe der christlich geprägten Stadt Sadad habe es Gefechte mit syrischen Soldaten gegeben.

Der IS beherrscht große Teile Syriens und des Irak. Um die Terrormiliz wirksamer zu bekämpfen, hatten die USA Ende vergangener Woche angekündigt, bis zu 50 Elitesoldaten in den Norden des Bürgerkriegslandes zu schicken. Zusammen mit Verbündeten fliegen die Vereinigten Staaten bereits seit einem Jahr Luftangriffe auf den IS, ohne ihn entscheidend zu schwächen.

Die Islamistengruppe hatte sich in den Wirren des seit 2011 wütenden Bürgerkriegs in Syrien etabliert. Am Freitag einigte sich eine internationale Konferenz in Wien darauf, die Bemühungen zur Beilegung des Konflikts zu intensivieren. In zwei Wochen soll weiter verhandelt werden.

Die syrische Regierung, die in Wien nicht vertreten war, begrüßte zwar die Friedensbemühungen allgemein. Doch sei es den Unterhändlern nicht gelungen, die Unterstützung der Feinde Syriens für Terrorismus zu beenden, sagte Außenminister Walid al-Muallim am Sonntag nach einem Treffen mit dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura. Die syrische Regierung bezeichnet die gesamte bewaffnete Opposition im Land als Terroristen.

Die USA hatten der syrischen Opposition weitere 100 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Auch Saudi-Arabien will diese nach eigenem Bekunden weiter unterstützen. Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair zog nach der Wiener Konferenz eine skeptische Bilanz und sagte: „Wir waren nicht im Stande, eine Einigung zu finden“.

In Wien saßen erstmals die rivalisierenden Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran zusammen am Verhandlungstisch, die beide indirekt am Syrien-Konflikt beteiligt sind. Der Iran stützt die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad und will ihn im Amt halten, Saudi-Arabien fordert seinen Abgang.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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