Terrormiliz Islamischer Staat: Geisel „nach Ablauf von Frist“ hingerichtet

Terrormiliz Islamischer Staat
Geisel „nach Ablauf von Frist“ hingerichtet

Die IS lässt keinen Zweifel an einer weiteren Hinrichtung: In einer Audiobotschaft heißt es, eine der beiden japanischen Geiseln sei getötet worden. Der Journalist Kenji Goto ist weiterhin in Gewalt der Terrormiliz.
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Kairo/TokioDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in einer Radiosendung im Internet den Tod einer japanischen Geisel bestätigt. „Die japanische Geisel wurde nach Ablauf einer an Japan gerichteten Frist gerichtet“, sagte ein Sprecher des IS-eigenen Radiosenders Al-Bajan. Bei der Geisel soll es sich um Haruna Yukawa handeln. Eine zweite Geisel, Kenji Goto, soll noch in Gewalt der Dschihadisten sein.

Yukawa soll nach Medienberichten im August 2014 von der Terrormiliz im Norden Syriens gefangen genommen worden sein, als er mit syrischen Rebellen unterwegs war. Goto, ein freier Journalist, war ebenfalls in Syrien verschleppt worden.

In der Audiobotschaft nahm die Terrormiliz auch Bezug auf ein bereits am Samstag veröffentlichtes Video. Es zeigt ein Standbild des entführten Journalisten Goto, der ein Foto seines mutmaßlich getöteten Kollegen Yukawa hochhält.

Japan reagierte entsetzt, zeigte sich aber unnachgiebig. „Das ist ungeheuerlich“, erklärte Regierungschef Shinzo Abe am Sonntag und forderte die Freilassung des 47 Jahre alten Goto. Die Aufnahme hat nach den Worten von Abe eine „hohe Glaubwürdigkeit“. Der Regierungschef erklärte, dass Japan dem Terrorismus niemals nachgeben werde.

Es war das erste Mal, dass die IS-Extremisten japanische Geiseln genommen hatte. Die Dschihadisten forderten von Japan 200 Millionen Dollar (178 Millionen Euro) Lösegeld. Die japanische Regierung ging davon aus, dass die Frist am Freitag abgelaufen war. Laut Medien hat die Regierung versucht, über verschiedene Kanäle mit dem IS in Verbindung zu treten, um das Leben der Geiseln zu retten.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die mutmaßliche Ermordung der japanischen Geisel als „abscheuliche und feige Tat“ und verlangte die sofortige Freilassung anderen Geisel. Die Verantwortlichen für den Mord müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Sicherheitsrat forderte alle Staaten auf, mit Japan und allen anderen Beteiligten „aktiv zu kooperieren“. Zugleich drückte der Rat der Familie des mutmaßlich Ermordeten sowie allen anderen Opfern der Terrormiliz sein tiefes Beileid aus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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