Terrornetzwerk
El-Kaida schimpft über Hamas und Saudis

El-Kaida maßregelt die Palästinenser: Die Hamas unterwerfe sich Israel, wettert Nummer zwei an der Spitze des Terrornetzwerks, Eiman al-Sawahiri, in einem Video. Auch am Herrscher von Saudi-Arabien lässt er kein gutes Haar.

HB KAIRO. Neue Botschaft von al-Sawahiri: Dieses Mal ist jedoch nicht die US-Regierung Ziel seiner Verbalattacken, sondern Palästina und Saudi-Arabien. Der El-Kaida-Vize warf er der radikal- islamischen Palästinenserorganisation Hamas Kapitulation und Verrat vorgeworfen. In der rund 21 Minuten langen, vierten Botschaft dieses Jahres ging Sawahiri die meiste Zeit auf die Lage in den Palästinensergebieten ein.

„Mein Beileid für den Verlust der Hamas- Führung, die in einem Sumpf der Kapitulation versunken ist“, sagte der El-Kaida-Vize laut einer Abschrift des auf Terrorismus spezialisierten privaten US-Unternehmens Intelcenter. Für ein Drittel aller Sitze in einer „lächerlichen“ neuen Regierung habe Hamas „Palästina“ und die islamische Rechtsprechung, die Scharia, verkauft, sagt Sawahiri.

Es war nicht das erste Mal, dass El-Kaida versucht, die Hamas mit Schelte oder Lob auf ihre Seite zu ziehen. Insbesondere Aiman al-Sawahiri hat in den vergangenen Jahren immer mehr auf den "Dschihad in Palästina" gedrungen.

Der Chefideologe des Terrornetzwerkes forderte die Palästinenser auf, den „Heiligen Krieg“ und die Selbstmordattentate gegen Israel fortzusetzen und alle internationalen Abkommen und Resolutionen abzulehnen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schmäht der Kaida-Vize als „Amerikas Spitzenmann“, der den größten Teil „Palästinas“ an Juden übergeben wolle.

Der Ägypter kritisierte auch die Vereinbarung von Mekka, in der sich die Hamas und die Palästinenserorganisation Fatah im Februar auf die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit geeinigt hatten. Die Einigung war von dem saudischen König Abdullah vermittelt worden. Sawahiri nannte die Herrscher von Saudi-Arabien „Stellvertreter der Amerikaner“. Das islamische Königreich Saudi-Arabien gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Partnern Washingtons in der Region. König Abdullah trägt den Titel „Hüter der heiligen Stätten (von Mekka und Medina)“.

Dagegen lobte al-Sawahiri die afghanischen Taliban-Milizen für ihren Selbstmordanschlag auf die US-Basis Bagram bei Kabul Ende Februar. Sie hätten damit US-Vizepräsident Dick Cheney ein „schönes Willkommen“ bereitet. Damit ist klar, dass es sich um aktuelle Äußerungen Sawahiris handelt.

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