Terrornetzwerk

IS wirbt gezielt junge Frauen an

Aus Deutschland in die Kampfgebiete der Terrormiliz – diese Route nehmen immer mehr Frauen, die sich dem „Islamischen Staat“ anschließen. Sie werden gezielt angesprochen – per Online-Netzwerk.
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In Raqqa betreibt der Islamische Staat ein Frauenhaus. Von dort werden die einreisenden Frauen ihren künftigen Ehemännern zugeführt. Quelle: dpa
Mädchenhandel

In Raqqa betreibt der Islamische Staat ein Frauenhaus. Von dort werden die einreisenden Frauen ihren künftigen Ehemännern zugeführt.

(Foto: dpa)

Berlin/MainzImmer mehr junge Frauen aus Deutschland werden nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden gezielt für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeworben. Die Zahl der Frauen, die sich am Terror beteiligten, steige überproportional, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Das bezieht sich insbesondere auf junge Frauen.“ Männer und Frauen würden häufig aktiv aufgesucht. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz bestätigte einen Bericht von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“, wonach den Behörden rund ein Dutzend Anwerberinnen bekannt sind, die Frauen für den IS rekrutieren.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat bisher allerdings keinen Beweis für eine systematisch und zentral gesteuerte Ausreise von Frauen zum Kampf für das Terrornetzwerk. Zwar gebe es im Internet in großem Umfang Aufrufe zur Ausreise von Frauen in den sogenannten Heiligen Krieg nach Syrien oder in den Irak, teilte das BfV auf Anfrage mit. „Bislang existieren keine Belege, dass die Ausreisen in Deutschland zentral und gezielt organisiert werden.“ Hinweise zu möglichen „Anwerberinnen“ lägen in Einzelfällen vor.

Das sind die gefährlichsten Länder der Welt
Libyen
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Das Land ist vom Krieg zerrissen. Seit dem Sturz von Diktator Muhammad Gaddafi gilt Libyen als sogenannter „failed state“. Eine funktionierende Regierung gibt es nicht, Investoren machen um das Land einen großen Bogen. Mittlerweile ist das Land auch ins Visier der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ gerückt. Kein Wunder also, dass Libyen laut der aktuellen Karte des Gesundheitsrisikos von „International SOS“ auch hinsichtlich der medizinischen Versorgung eines der gefährlichsten Länder der Welt ist.

Sierra Leone
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In kaum einem anderen afrikanischen Land wütete hat das Ebola-Virus so brutal, wie im westafrikanischen Sierra Leone, eines der ärmsten Länder der Welt. Die fehlende medizinische Versorgung und das zu späte Einschreiten der internationalen Staatengemeinschaft haben erst möglich gemacht, dass das Virus derart tödliche Ausmaße annahm. Die Ebola-Epidemie konnte mittlerweile eingedämmt werden. Dennoch ist Sierra Leone nach wie vor kein risikoloses Reiseziel.

Liberia
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Wie Sierra Leone leidet auch Liberia unter der Ebola-Epidemie. Auch hier wurde zu spät reagiert. Zur fehlenden medizinischen Versorgung kommen noch katastrophale hygienische Zustände und die fehlende Sensibilisierung der Bevölkerung hinzu. Viele Liberianer blieben in Kontakt mit erkrankten Angehörigen und weigerten sich, auf Beerdigungszeremonien zu verzichten, weshalb sich das Virus immer weiter verbreiten konnte.

Simbabwe
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Während Simbabwes Diktator Robert Mugabe in Saus und Braus lebt, lässt er seine Bevölkerung in bitterer Armut darben. Eine absurd hohe Inflation, eine hohe Sterblichkeitsrate und fehlende öffentliche Investitionen – das alles interessiert den greisen Diktator wenig. Zwar leidet Simbabwe nicht unter dem Ebola-Virus, angesichts der Armut des Landes ist es als Reiseziel allerdings nicht empfehlenswert.

Syrien
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Der Bürgerkrieg in Syrien hat bisher Tausende Menschenleben gekostet. Frieden ist nicht in Sicht. Besonders problematisch ist, dass die ungeordneten Verhältnisse in Syrien eine Brutstätte für Terrorismus sind. Für Reisende ist das Land daher besonders gefährlich. Auch die desolate Gesundheitsversorgung macht Syrien zu keinem sicheren Reiseziel.

Irak
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Irakische Fußballfans in den Straßen der Hauptstadt Bagdad: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sorgt in dem krisengeschüttelten Land für bürgerkriegsähnliche Zustände. Wilde Flüchtlingslager, eine schlechte medizinische Infrastruktur und die erhöhte Unsicherheit durch Anschläge und Bombendrohungen machen die Lebensumstände im Irak besonders prekär. Das ist keine Reise wert.

Gaza
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Zerstörungen in Gaza: Palästina ist nicht sicher. Insbesondere der Gazastreifen gilt als Pulverfass. Hier kommt es immer wieder zu Scharmützeln zwischen der radikal-islamischen Hamas und der israelischen Armee. Außerdem sorgen die durch das jüngste Bombardement zerstörten Gebäude für Gefahr. Aufgrund zerstörter Leitungen, Schwelbränden und offener Kanalisationen empfiehlt sich das eingemauerte Gaza derzeit umso mehr nicht für Reisende aus dem Ausland.

In dem Bericht von WDR, NDR und „SZ“ ist die Rede von einem „Mädchennetzwerk“. Dieses gebe es nur im Internet, nicht physisch vor Ort, erklärte das LKA Rheinland-Pfalz.

Die Frauen werden dem Bericht zufolge in Syrien bereits erwartet: In Raqqa betreibe die Terrormiliz ein schwer bewachtes Frauenhaus. Mehrere Quellen hätten berichtet, ankommende Frauen würden dorthin gebracht, eingesperrt und zu ihren künftigen Ehemännern gebracht.

Bisher sind 700 Islamisten aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien oder im Irak ausgereist, darunter annähernd 100 Frauen. Das hatten die Verfassungsschützer berichtet. Ein Drittel der bisher Ausgereisten ist nach BfV-Angaben wieder zurückgekehrt, mehr als 50 von ihnen gelten als besonders gefährlich, weil sie Kampferfahrungen gesammelt haben. Die Zahl der Salafisten in Deutschland liegt inzwischen bei 7500, sie wächst weiter.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Terrornetzwerk: IS wirbt gezielt junge Frauen an"

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  • Alle ausreisen lassen; am besten gleich ausfliegen und mit leichten Waffen ausrüsten (ob sie die Waffen über unsere "Verbündeten" bekommen oder gleich von uns macht praktisch keinen Unterschied). Pässe müssen abgegeben werden, Aufenthaltsgenehmigungen werden widerrufen; eine Rückkehr ist ausgeschlossen.

    Wenn alle Extremisten aus Europa in den nahen Osten ausgereist sind, dann hat der liberale Islam in Europa die Möglichkeit zu beweisen das es ihn wirklich gibt.

  • "Die Zahl der Salafisten in Deutschland liegt inzwischen bei 7500, sie wächst weiter."
    Kommt das nur mir so vor, oder kann es sein, daß sowohl Politik als auch Medien inzwischen völlig den Verstand verloren haben- oder schon komplett resigniert haben und das Land hier einfach nur noch sich selbst überlassen? )o:)

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