Terrororganisation dementiert
Al-Qaeda-Chef in Saudi-Arabien getötet

Nach der Enthauptung einer US-Geisel in Riad sind mehrere Al-Qaeda-Mitglieder getötet worden. Unter ihnen soll auch der Anführer des Terrornetzwerks in Saudi-Arabien sein. Al Qaeda dementierte dessen Tod.

HB BERLIN. Der Al-Qaeda-Chef in Saudi-Arabien, Abdulasis Issa Abdul Mohsin al-Mokrin, ist offenbar tot. Mehrere Korrespondenten berichteten unter Berufung auf Sicherheitskräfte, dass der für die Enthauptung der US-Geisel verantwortliche Terrorist am Freitag bei einem Feuergefecht in Riad getötet worden sei. Zuvor war in Riad die Leiche des US-Bürgers Paul Johnson entdeckt worden.

Al Qaeda dementierte den Tod ihres Anführers in einer im Internet verbreiteten Erklärung. Darin heißt es, solche Falschmeldungen zielten darauf ab, «die heiligen Krieger von ihrem Weg abzubringen und ihren Mut zu zerschlagen». Die Erklärung war von der Al Qaeda in Saudi-Arabien unterzeichnet. Die Echtheit wurde nicht bestätigt.

Zuvor hatte es laut Agenturberichten geheißt, bei einem Schusswechsel im Viertel El Mals in Riad seien vier weitere Al-Qaeda-Mitglieder sowie fünf Sicherheitskräfte getötet worden. Zwei Männer seien verletzt und festgenommen worden. Zwei weitere hätten entkommen können. Der Fernsehsender Al Arabija berichtete zudem von einem zweiten Feuergefecht in einem benachbarten Viertel. Einzelheiten wurden jedoch nicht genannt. Der Sender zeigte am Samstag zudem Bilder von mehreren getöteten mutmaßlichen Terroristen. Bei einem handelt es sich dem Bericht zufolge um al-Mokrin.

Den Angaben zufolge hat ein Zeuge die Sicherheitskräfte auf die Spur der Terroristen gebracht. Demnach habe ein Mann beobachtet, wie aus einem Auto die Leiche Johnsons geworfen wurde. Daraufhin habe er die Autonummer notiert und die Behörden benachrichtigt. Die Polizei habe das Fahrzeug verfolgt und an einer Tankstelle gestellt. Dort sei es zu der Schießerei gekommen.

Die Behörden beschlagnahmten demnach auch gefälschte Papiere, Waffen und ein Fahrzeug, das bei der Ermordung eines BBC-Korrespondenten am 6. Juni eingesetzt worden sein soll.

Der 31-jährige Mokrin leitete nach Erkenntnissen amerikanischer und saudiarabischer Behörden die Aktivitäten Al Qaedas auf der arabischen Halbinsel. Er war einer der meist gesuchten Terroristen in Saudi-Arabien. Seine Gruppe soll für viele Anschläge verantwortlich sein, die in den vergangenen Monaten vor allem gegen westliche Ausländer verübt wurden.

Mokrin soll auch für die Entführung Johnsons am vergangenen Samstag verantwortlich gewesen sein. Die Extremisten hatten mit seiner Ermordung gedroht, falls nicht alle Al-Qaeda-Häftlinge in Saudi-Arabien bis Freitagabend freigelassen würden.

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