Terrorverdacht bei Metrojet
IS könnte doch hinter Sinai-Absturz stecken

Warum stürzte das Flugzeug über dem Sinai ab? Geheimdienste glauben, eine IS-Bombe sei dafür verantwortlich. Großbritannien und Holland haben alle Flüge in die Region gestoppt. Was tun die Töchter der deutschen Lufthansa?
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Washington/Moskau/LondonDie US-Regierung vermutet auf Grundlage vorläufiger Erkenntnisse einen Bombenanschlag des regionalen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Flugzeugabsturz auf dem Sinai am Wochenende. Dies sei unter anderem aus abgehörten Informationen zu schließen, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch in Washington aus Regierungskreisen. Ähnliche Vermutungen gab es auch in London.

Beim Absturz der russischen Verkehrsmaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen. Der auf dem Sinai aktive Ableger des IS hatte schon kurz nach der Katastrophe behauptet, er habe den Ferienflieger vom Himmel geholt. Offiziell gibt es von den russischen und ägyptischen Ermittlern noch keine Erkenntnisse zur Absturzursache. Von Anfang an hatte es widersprüchliche Informationen und Vermutungen dazu gegeben.

Auch aus Washington hieß es, es gebe noch keine offizielle Einschätzung der CIA oder anderer Geheimdienste. Die Beweismittel von der Unfallstelle würden noch ausgewertet, darunter auch die Datenrekorder des Flugzeugs.

Abgefangene Nachrichten spielten bei der Vermutung eine Rolle, dass der IS-Ableger auf dem Sinai einen Sprengsatz in das Flugzeug gebracht habe, verlautete aus Washington. Geheimdienstexperten glaubten jedoch nicht, dass die Operation von der IS-Führung im syrischen Rakka angeordnet worden sei. Aus US-Regierungskreisen hieß es allerdings auch, dass abgefangene Nachrichten manchmal irreführend sein könnten.

Auch die britische Regierung hatte am Mittwoch die Vermutung geäußert, dass es sich um einen Bombenanschlag handeln könnte. Zwar könne man die Ursache des Absturzes nicht eindeutig benennen, doch nährten immer mehr Informationen die Sorge, dass ein Sprengsatz dahinter stecken könnte, hieß es in einer Erklärung von Premierminister David Cameron.

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Kommentare zu " Terrorverdacht bei Metrojet: IS könnte doch hinter Sinai-Absturz stecken"

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  • Im Gegensatz zu den Hetzern und Haßpredigern des Westens, die sofort nach dem Absturz von MH17 über der Ukraine "wußten", daß die Russen schuld waren, und die deshalb Wirtschaftssanktionen verhängt haben, sind die Russen, obwohl sie selbst Opfer sind, seriös und fair.

    Sie warnen vor Spekulationen und vorschnellen Urteilen und warten geduldig auf die Untersuchungsergebnisse der Experten.

  • Wo finden sich die zahlungskräftigsten Terrorfinanciers?
    Bei den alle Menschenrechte verachtenden sunnitischen Wahhabiten in Saudi-Arabien.
    Wollte Russland also einen wirklichen "Krieg gegen den Terrorismus" starten (was die Amis ja nur zu tun VORGABEN), dann müsten sie als Erstes dort aufräumen, und zwar rigoros - und damit hätten wir sehr rasch einen globalen Militärkonflikt (USA = Schutzmacht), der von interessierten Kreisen ja offenbar bewusst provoziert werden soll.
    Saudi-Arabien wird bekanntlich benötigt, um den USD als WeltleiDwährung durch die Petrodollarisierung aufrechterhalten zu können (die Ölscheichs verkaufen ihr Öl ausschließlich gegen Dollar und legen die Gewinne überwiegend in T-Bonds an).
    Ich denke, dass Putin scharfsichtig genug ist, um sich eben nicht provozieren zu lassen, denn die Zeit läuft für ihn, und das Ende des Petrodollars und damit der Hauptgeldquelle der Terrorfinanzierung, ist nur noch eine Frage der Zeit. Sollte es also ein Attentat gewesen sein, werden seine Geheimdienste die Hintermänner ermitteln und dann liquidieren, genau wie auch beispielsweise der Mossad Hintermänner von Attentaten liquidieren lässt...

  • Das oberste Foto im Artikel zeigt das Heck der Maschine. Dort befindet sich u.a. auch der Gepäckraum. Ist dort eine Bombe explodiert müssten auch Spuren von Sprengstoff zu finden sein.

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