Terrorverdacht
Hassprediger Bakri in Libanon festgenommen

Die libanesische Polizei hat den islamischen Geistlichen Omar Bakri festgenommen, der in Großbritannien unter Terrorverdacht steht. Ihm droht möglicherweise eine Hochverratsklage im Zusammenhang mit den Anschlägen in London.

HB LONDON. Bislang gebe es keine offizielle Anklage gegen Bakri, hieß es in Sicherheitskreisen in Beirut. Der 47-Jährige in Syrien geborene Bakri hatte bestritten, dass er aus Angst vor der britischen Justiz ausgereist sei.

Bakri ist der Anführer der radikalislamischen Gruppe Al- Muhajiroun, die der britische Premierminister Tony Blair verbieten lassen will. Er hatte sich geweigert, die Londoner Bombenanschläge zu verurteilen. Außerdem hatte er für Empörung gesorgt, als er öffentlich sagte, er würde als Muslim die Polizei nicht über geplante Anschläge islamischer Extremisten informieren.

Die britische Polizei hat unterdessen zehn als „Sicherheitsrisiko“ für Großbritannien eingestufte Männer auf Weisung von Innenminister Charles Clarke am Donnerstag in Abschiebehaft genommen. Unter ihnen befindet sich nach britischen Medienberichten auch der als „Botschafter Osama bin Ladens in Europa“ bezeichnete radikalislamische Geistliche Abu Katada.

„Die Einwanderungsbehörden haben heute zehn ausländische Personen festgenommen, die nach meiner Meinung eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen“, sagte Clarke in London, ohne Namen zu nennen. Die Verdächtigen, die von der Polizei in der Hauptstadt und anderen Landesteilen in Gewahrsam genommen wurden, stammen nach Informationen des britischen Senders BBC aus Libanon, Algerien und Jordanien.

„Die Gegebenheiten unserer nationalen Sicherheit haben sich verändert, deshalb ist es unerlässlich, gegen diejenigen vorzugehen, die sie bedrohen“, sagte Clarke weiter. Premierminister Tony Blair hatte in der vergangenen Woche angekündigt, nach den Terroranschlägen von London religiöse Extremisten und Hassprediger rigoros auszuweisen. Bei den von muslimischen Extremisten verübten Selbstmordanschlägen waren am 7. Juli in drei U-Bahnen und einem Bus 56 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden.

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