Terrorverdacht in Sellafield
Vorfall steht nicht in Zusammenhang mit Bin Laden

In der Nähe der britischen Atomanlage Sellafield sind fünf Männer unter Terrorverdacht festgenommen worden. Einen Zusammenhang mit dem Tod Osama bin Ladens bestehe aber nicht, wie die Polizei mitteilte.
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LondonTerroralarm in Großbritannien: Die Polizei hat mehrere Männer in der Nähe der Atomanlage Sellafield in Gewahrsam genommen. Die Männer seien am Montag bei einer Fahrzeugkontrolle nahe der Wiederaufarbeitungsanlage festgesetzt worden. Sie seien alle zwischen 20 und 30 Jahre alt und stammten aus London. Der Vorfall stehe in keinem Zusammenhang mit der gewaltsamen Tötung des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Sie würden nun von Terrorismusexperten in Manchester verhört.

Nach einem Bericht der BBC sollen sie Filmaufnahmen der Atomanlage gemacht haben. Die Festnahmen seien keinesfalls das Ergebnis langer Ermittlungen. Unter den britischen Anti-Terror-Gesetzen kann die Polizei jeden festnehmen, der unter „ausreichendem Verdacht“ steht, ein Terrorist zu sein.

Die Wiederaufbereitungsanlage Sellafield ist seit den 1940er Jahren in Betrieb. Sie fuhr am Dienstag ihren normalen Betrieb. Eigner ist ein Konsortium der Maschinenbauer URS aus den USA und Amec aus Großbritannien sowie dem französischen Reaktor-Hersteller Areva. Die Anti-Terror-Gesetze in Großbritannien erlauben es den Behörden, Terrorverdächtige für 48 Stunden ohne konkrete Anschuldigungen festzuhalten.

Nach Polizeiangaben waren die Verdächtigen bei einer Fahrzeugkontrolle einer Polizeieinheit aufgefallen, die zum Schutz der Nuklearanlage in Sellafield abgestellt ist. Sie seien am Montagnachmittag festgenommen und am Dienstag zu weiteren Verhören nach Manchester gebracht worden. Dort werde der Fall von einer Anti-Terroreinheit der Polizei behandelt. Weitere Details gab die Polizei zunächst nicht bekannt.

„Es ist richtig, dass die Regierung die Sicherheit an zahlreichen Orten erhöht hat und auf sämtliche Geheimdienst-Informationen, die vorliegen, reagiert“, sagte der britische Oppositionsführer Ed Miliband von der sozialdemokratischen Labour-Partei.

Der britische Premierminister David Cameron hatte hatte am Montag erhöhte Aufmerksamkeit gefordert, nachdem Al-Kaida-Chef Osama bin Laden von amerikanischen Spezialkräften getötet worden war. In einem BBC-Interview wertete er die Tötung bin Ladens zudem als hilfreiche Entwicklung. Er denke aber nicht, dass dies die Zeitpläne für den geplanten Afghanistan-Abzug zwingend ändern werde. Großbritannien hat angekündigt, bis 2015 seine Kampfverbände aus Afghanistan abzuziehen. Derzeit sind dort etwa 9500 britische Soldaten stationiert.

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  • Ich wäre schon zufrieden, wenn man einer Reihe gleichgültiger und nicht minder naiver Wichtigtuer, die zu allem ihren eigenverantwortungablehnenden Senf vom bequemen Sofa aus zu geben, zum Schweigen bringen könnte! :-((

  • was, die ganze Geschäftsführung ist verhaftet worden? Endlich geht man gegen die planmässige Verseuchung der irischen See durch unverantwortliche Atommanager vor!

  • Ich wäre schon zufrieden, wenn man einer Reihe dümmlicher und nicht minder unerträglicher Wichtigtuer, die zu allem ihren verschwörungstheoretischen Senf vom bequemen Sofa aus zu geben, zum Schweigen bringen könnte! :-((

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