Test negativ
Kowtuns Ex-Frau hat kein Polonium geschluckt

Entwarnung in Hamburg: Die Ex-Frau des russischen Geschäftsmannes Dmitri Kowtun und ihr neuer Lebensgefährte haben die hochgiftige radioaktive Substanz Polonium 210 nicht in den Körper aufgenommen. Kowtun hatte bei ihnen übernachtet; was zur Räumung des gesamten Mietshauses führte.

HB HAMBRG. Das ergab die Untersuchung der Urinproben das Paares, das mit Kowtun bei dessen Hamburg-Aufenthalt in Berührung gekommen war, wie die Sonderkommission „Dritter Mann“ am Mittwoch mitteilte. Die Testwerte für die beiden Kinder durch das Bundesamt für Strahlenschutz standen noch aus. Kowtun ist auf noch ungeklärte Art in den Mord am russischen Ex-Spion Alexander Litwinenko verstrickt, der am 1. November mit Polonium vergiftet worden war.

Unterdessen haben Kowtun und ein weiterer Kontaktmann des an Polonium gestorbenen Alexander Litwinenko eine neue Erklärung für die Polonium-Belastung geliefert und sind damit umgehend auf Zweifel der Ermittler gestoßen. In einem Telefoninterview mit „Spiegel-TV“ sagte Kowtun, er habe den Kreml-Kritiker bereits Mitte Oktober in London getroffen und danach die Spuren des Strahlengiftes Polonium 210 in Hamburg hinterlassen. Auch der russische Ex-Spion Andrej Lugowoi erklärte in einem Zeitungsinterview vom Mittwoch, er sei bereits bei einem Besuch in London am 16. Oktober mit dem radioaktiven Stoff vergiftet worden. Die Hamburger Reaktion auf die Polonium-Spuren seines Geschäftsfreundes Kowtun nannte Lugowoi „deutsche Hysterie“.

In der Zeitung „Moskowski Komsomolez“ verwies Lugowoi genau wie Kowtun darauf, dass die beiden sich bereits Mitte Oktober in London mit Litwinenko getroffen hatten. „Wir haben nur ein Mal am 16. Oktober die Sicherheitsfirma in London besucht, bei der dann Spuren von Polonium 210 gefunden wurden“, sagte Lugowoi. „Das heißt, dass man uns schon bei der ersten Reise vergiftet hat.“ Deshalb hätten sie bei weiteren Reisen radioaktive Spuren hinterlassen.

Die Fahnder der Hamburger Sonderkommission „Dritter Mann“ zeigten sich nicht überzeugt und wollten vielmehr nach einer Mitteilung vom Mittwoch überprüfen, „ob tatsächlich Dmitri Kowtun dem Fernsehsender ein Interview gegeben“ habe. „Der Wahrheitsgehalt lässt sich nur schwer beurteilen“, sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. „Aber wir überprüfen seine Angaben und nehmen sie in die Ermittlungen auf.“

Die Ermittler setzten unterdessen Messungen an den Orten fort, an denen sich Kowtun Ende Oktober in Hamburg und im Kreis Pinneberg aufgehalten hatte. Auch in Schweden wurden acht Menschen auf eine mögliche Vergiftung untersucht. Wie die Zeitung „Expressen“ berichtete, waren sechs von ihnen im Ende Oktober und Anfang November in der Bar des „Millenium“-Hotels, bei dessen Personal kleine Mengen des Giftes gefunden worden sind. Ein weiteres Ehepaar hatte ein Zimmer eines anderen Hotels bewohnt, in dem ebenfalls Polonium gemessen wurde.

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