„Teufelskreis durchbrochen“
Griechen bitten um Erleichterung bei Hilfsauflagen

Die griechische Regierung sieht Erfolge bei der Krisenbekämpfung und will daher den Gürtel etwas lockerer schnallen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessere sich und das Vertrauen in den Finanzsektor nehme zu.
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BerlinGriechenlands Regierung sieht erste Erfolge im Kampf gegen die schwere Wirtschaftskrise. Man habe den Grundstein gelegt, um „den Teufelskreis aus Defizit und Rezession zu durchbrechen“, heißt es in einem Papier des griechischen Finanzministeriums, das dem Handelsblatt (Freitagausgabe) vorliegt. Auf sieben Seiten listet es Zahlen auf, die eine Besserung der Lage belegen sollen, etwa bei der Haushaltskonsolidierung. So wird darauf verwiesen, dass der Staat im Januar einen Primärüberschuss von 415 Millionen Euro erzielt hat, ohne Berücksichtigung von Zinszahlungen.

Auch die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessere sich, heißt es in dem Papier. Das Vertrauen in den griechischen Finanzsektor nehme zu. Allein im Dezember seien die Einlagen bei den griechischen Banken um sechs Milliarden Euro gestiegen.

Angesichts der positiven Anzeichen soll die griechische Regierung in den Gesprächen mit der Geldgeber-Troika darauf dringen, einige Auflagen des Hilfsprogramms zu lockern. Nach Informationen des Handelsblatts hat Athen vorgeschlagen, die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel vorübergehend deutlich zu senken. Das solle die Tourismusbranche in der Hochsaison stützen, hieß es. Zudem wäre es ein Signal an die griechische Bevölkerung, die seit drei Jahren unter dem Sparkurs leidet.

Die Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) soll größere Zugeständnisse allerdings ablehnen. Die Finanzierung des Hilfsprogramms sei ohnehin „auf Kante genäht“, hieß es in Kreisen der Geldgeber. Die Troika war in den vergangenen zwei Wochen in Athen, um zu kontrollieren, ob die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche erfüllt sind. Die Gespräche wurden unterbrochen und sollen Anfang April fortgesetzt werden.

Der Autor ist stellvertretender Chefredakteur und Büroleiter in Berlin.
Michael Inacker
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

Kommentare zu " „Teufelskreis durchbrochen“: Griechen bitten um Erleichterung bei Hilfsauflagen"

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  • UND in einem Drittel des Landes noch 80 % der Industrie abmontieren, wie in Ostdeutschland durch die Russen.

  • @ anonym
    ... nicht existente Wirtschaftsverständnis einerger...

    Sie sollten mal ruhig und gelassen von Nord nach Süd, von West nach Ost in EU- Hellas reisen.
    Wirtschaftsanalyse oder so. Gesellschaftsstrukturen erfassen Sie nur nach laengerer Aufenthaltsdauer.
    Recht schockierend, so die Bilder.

  • 'Das (nichtexistente) Geschichtsverständnis einiger Leute erzeugt bei mir Übelkeit und Erbrechen.'
    --------------------------------------
    So geht es mir bezogen auf das (nicht existente) Wirtschaftsverständnis (u.a. von Rechner)

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