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Steinbrück fordert Hingabe für Europa

Teure Hilfe für Griechenland
Steinbrück fordert Hingabe für Europa

Deutschland habe bisher noch keine Cent für die Krise in Griechenland bezahlt, sagt Peer Steinbrück. Es seien nur Garantien übernommen worden. Doch diese könnten für deutschen Steuerzahler noch richtig teuer werden.

BerlinSPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat der Bundesregierung in der Euro-Schuldenkrise mangelnde Ehrlichkeit vorgeworfen und die Steuerzahler auf drohende Milliarden-Kosten eingestimmt. „Man muss den Bürgern sagen, dass es zum Ausfall der Griechenland-Kredite kommen kann“, sagte Steinbrück der „Bild am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Wir Deutsche müssen Opfer bringen für den Zusammenhalt Europas. Wir sind längst in einer Haftungsunion.“ Hinter den Kulissen suchten die Euro-Länder am Wochenende weiter nach einem Kompromiss für eine langfristige Griechenland-Lösung. Nach mehreren gescheiterten Anläufen soll nun ein Treffen der Euro-Finanzminister am Montag in Brüssel den Durchbruch bringen.

Das von einer Staatspleite bedrohte Griechenland verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Geldgebern über die Freigabe der nächsten Hilfsgelder. Erschwert wurde eine Lösung nicht nur wegen eines Streits innerhalb der griechischen Regierung über das weitere Reformtempo. Auch die Geldgeber bestehend aus den Euro-Ländern und des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben Schwierigkeiten, eine gemeinsame Linie zu finden. So war bislang strittig, bis wann Griechenland wieder eine tragfähige Schuldenlast erreichen soll.

Der IWF willigte nach Angaben von Insidern aus Athen nun ein, den Schuldenstand bei 124 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 als tragfähig zu erachten. Eigentlich waren 120 Prozent angepeilt. Im Gespräch sollen außerdem niedrigere Zinsen und längere Laufzeiten für bilateraler Kredite der Eurostaaten an Griechenland sowie ein Rückkauf eigener Schuldtitel durch die Regierung in Athen sein. Das Finanzministerium in Athen bereitet einen derartigen Anleihenrückkauf vor, hieß es in dem Ressort. Sollten die Finanzminister der Euro-Staaten dem Vorhaben zustimmen, könnte er bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Einen Schuldenschnitt mit staatlicher Beteilung und damit auch der deutschen Steuerzahler lehnt die Bundesregierung weiter ab.

Nach Einschätzung von Steinbrück wird Griechenland in den nächsten acht Jahren nicht an die Kapitalmärkte zurückkehren, sondern auf eine Überbrückung angewiesen sein. „Für diese Brücken müssen wir sorgen, und das kostet Geld“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat dem Blatt. Bisher habe Deutschland für Griechenland „keinen Cent bezahlt“, sondern nur Garantien übernommen. Es sei aber gut möglich, dass Garantien fällig würden. „Wir waren bereit, viel Geld für die deutsche Wiedervereinigung aufzubringen, die alle unsere Nachbarn trotz schlechter Erfahrungen mit uns begrüßt haben“, sagte er. „Jetzt sollten wir uns die Frage stellen, was uns Europa wert ist.“

Das Risiko des deutschen Steuerzahlers in Griechenland lässt sich schwer beziffern. So sind aus dem ersten Griechenland-Hilfspaket dem deutschen Staat - und damit den deutschen Steuerzahlern - Forderungen an Griechenland in Höhe von 15,2 Milliarden Euro erwachsen. Hinzu kommt der deutsche Anteil an den Darlehen des Euro-Rettungsfonds EFSF im Rahmen des zweiten Programms. Bisher steht Deutschland mit 21,5 Milliarden Euro für EFSF-Kredite gerade. Hinzu kommen Forderungen von Banken, die vom staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin gestützt werden.

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) bestehen außerdem Forderungen im Rahmen des Aufkaufprogramms von Staatsanleihen von Schuldenstaaten im Umfang von geschätzt 45 bis 50 Milliarden Euro, für die Deutschland ebenfalls teilweise haften müsste. Das tatsächliche Verlustrisiko dürfte Experten zufolge aber deutlich geringer sein, weil die EZB Hellas-Anleihen zu Kursen unter dem Nominalwert gekauft und das Land einen Teil schon getilgt hat.

 

Kommentare zu "Steinbrück fordert Hingabe für Europa"

Alle Kommentare
  • Die griechische Mythologie ist ja bekannt. Zeus wandelt sich in ein Stier, entführt Europa auf die Insel Kreta, wo er sie dann vergewaltigt. Anscheinend wiederholt sich die Mythologie. Zeus verwandelt sich diesmal in Draghi entführt Europa auf die Insel EZB, wo er sie dann „unbegrenzt“ nagelt. Wahrscheinlich ist Europa nur eine Nymphomanin, die es unbedingt nötig hat. Wer wissen will wie die Rettungsaktionen für Griechenland ausgehen, sollte sich unbedingt die Sysiphos Mythologie reinpfeifen. Seit der Eurokrise glaube ich auch wieder an Märchen und Mythos – Toll!

  • Ein wirklich freies, marktwirtschaftliches, liberales und offenes Europa wäre viel wert.

    Das dirigistische, etatistische, paternalistische, sozialistische und schmarotzerische Brüsseler Europa mit Transferunion, Haftungsunion, Sozialunion und Bankenunion lehnen wir dagegen aufs heftigste ab.

    Ja zu Europa, nein zur EU und ihrer Zwangswährung Euro ist das Gebot der Stunde.

    Freuen wir uns auf "The great Escape".

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Zitat : Wir Deutsche müssen Opfer bringen für den Zusammenhalt Europas.

    Dann kannst du ja mit einem guten Beispiel vorangehen, in dem du deine Laberhonorare an die Griechen spendest, du Heuchler !!!

  • Lieber Herr Steinbrück.
    Es reicht !
    Man muss sich aber nicht mit einer Haftungsunion zufrieden geben - auch wenn alle drumherum der Meinung sind, es muss so sein.
    Auch darf man die Nachbarn mal Fragen, was ihnen Europa Wert ist.
    Außerdem ist der Konjunktiv bzgl. Griechenland-Garantien völlig fehl am Platz !
    Das Geld ist Futsch - und unsere Kinder und Enkel schauen in die Röhre...
    Europa ja - aber ein starkes, zukunftsfähiges und innovatives.
    Nicht das, was wir jetzt haben.
    Hoffentlich gehen die Unzufriedenen nächstes Jahr geschlossen zur Wahl und strafen die "Etablierten" ab...

  • Und schon wird wieder wissentlich Europa mit dem Euro verwechselt. War vorher Griechenland kein Teil Europas? Man lernt nie aus... Schweden, Schweiz und England gehören also nicht zu Europa?

    Dannke Peer, das machen unsere Politiker nicht aus Unwissenheit. Nein, das machen Sie um mal wieder alternativlose Politik durchzuprügeln. Man muss eben Dogmen nur oft genug wiederholen.

  • O-Ton Steinbrück
    ----------------------
    "Man muss den Bürgern sagen, dass es zum Ausfall der Griechenland-Kredite kommen kann", sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht.
    ----------------------

    Als ob das irgendjemand verschweigen würde.

    Mit seiner "Forderung" versucht der Sozialdemagoge Steinbrück aber den Eindruck zu erwecken daß das der Fall wäre.

    Ein Steinbrück-typisches Stück unredlicher und verlogener Propaganda.

    +++

    O-Ton Steinbrück
    ----------------------
    "Wir Deutsche müssen Opfer bringen für den Zusammenhalt Europas." ----------------------

    Und wieso wir?

    Warum nicht andere?

    Als ob wir nicht in den letzen 100 Jahren schon genug Opfer gebracht hätten - die meisten unfreiwillig!

    Steinbrück beteiligt sich offensichtlich und unverhohlen an den ausländischen Erpressungsversuchen.

    Diese unverhohlene Abzocke kann man auch im Zusammenhang mit der Kohle sehen, die ihm in die Tasche geschoben wurde.

    Und zwar nicht für sein Geschwätz ("Reden"). Sondern als Bezahlung für seine Dienste als Einflußagent.

    WER genau ihn mit "Redehonoraren" geschmiert hat will er ja nicht verraten.

  • O-Ton Steinbrück
    ----------------------
    "Wir sind längst in einer Haftungsunion."
    ----------------------

    Hier lügt Steinbrück.

    Denn die Haftung für die ESM/EFSF-Schulden ist betragsmäßig und fallweise begrenzt.

    In einer Haftungsunion haftet man aber für ALLE Schulden der Unionisten unbedingt und unbegrenzt.

    ...

    Es ist ein uralter Trick der Sozialdemagogen und anderer Auslandsagenten ihren Opfern einzureden daß Widerstand zwecklos sei.

    Denn man wäre sowieso schon versklavt - auf eine Änderung der Form der Versklavung käme es dann nicht an.

    +++

    O-Ton Steinbrück
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    Griechenland werde in den nächsten acht Jahren nicht an die Kapitalmärkte zurückkehren und brauche daher Brücken. "Für diese Brücken müssen wir sorgen, und das kostet Geld."
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    Griechenland wird in diesem Jahrhundert nicht mehr an die Kapitalmärkte zurückkehren.

    Denn es handelt sich um eine Kleptokratie - irgendein Verständnis dafür daß man Leuten die blöd genug sind einem Geld zu leihen was zurückzahlen müßte gibt es dort nicht.

    Weshalb es auch Unsinn ist hier was von "Brücken" zu erzählen.

    Tatsächlich muß man als erstes damit aufhören, dem schlechten Geld weiterhin gutes nachzuwerfen.

    Die Altschulden wird man NUR von den Griechen eintreiben können indem man Ihnen mit einem totalen Boycott droht.

    Auf andere Maßnahmen reagieren Betrüger nicht.

  • Für die Neuen Bundesländer hat jeder Bürger ,die Belastungen ,für die Deutsche Einheit ,verstanden und trägt auch diese ohne wenn und aber.Und die neuen Bundesländer benötigen übrigens nur einen Bruchteil ,was Griechenland und sehr wahrscheinlich andere benötigen werden.
    Jeder Politiker,ob Kanzlerin oder Minister,sollte sich mit dem geleisteten Amtseid,auseinandersetzen."Schaden vom deutschen Volk abwenden etc." Kann man diesen Eid mit seinen Handlungen(Unterschriften) vereinbaren,obwohl man weiß das es nicht gut gehen wird ? Es werden Generationen von Deutschen zahlen müssen,und dies sollte jedem Politiker klar sein.Eine Entscheidung für Deutschland und das Deutsche Volk,ist zwar Europäisch unpopulär,erfüllt jedoch die punkte des geleisteten heiligen Eides.

  • O-Ton Steinbrück
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    Bisher habe Deutschland für Griechenland "keinen Cent bezahlt", sondern nur Garantien übernommen, saget Steinbrück.
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    Tatsächlich rechnen die Kapitalmärkte auch gegebene Garantien in die Bonität von Schuldnern ein.

    Deutschland zahlt also für seine Haftungsversprechen gegenüber ESM/EFSF jedesmal einen kleinen Aufschlag wenn es sich Geld leiht.

    Auch wenn das bei den derzeit aufgund niedriger Inflations- und Wachstumserwartungen extrem tiefen Zinssätzen nicht auffällt.

    ...

    Ob Steinbrück dieses Stück Unsinn daß er da verzapft hat wohl selber glaubt?

    Oder will er nur die BLÖD-Leserschaft verarschen?

    Schwer zu sagen - bei notorischen Lügnern kommt es durchaus auch zu autosuggestiven Effekten.

    +++

    O-Ton Steinbrück
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    Es sei aber gut möglich, dass Garantien fällig werden.
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    Das ist nicht nur "gut möglich".

    Das ist extrem wahrscheinlich.

    Hängt nur davon ab wann man seitens EFSF/ESM die Forderungen an Griechenland abschreibt.

    ...

    Den Rechenaktobaten der Troika sei eines gesagt: Forderungen auf unverzinslich zu stellen ist wirtschaftlich eine verkappte Abschreibung.

    Über Griechenland ist das Konkursverfahren zu eröffnen:

    Alles abschreiben, aber auf nichts verzichten.

    Es ist ja schließlich nicht so als ob Griechenland nicht über reale Werte verfügen würde, mit denen es die Schulden begleichen KÖNNTE.

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