Teures Gas: Putin treibt Ukraine in den Bankrott

Teures Gas
Putin treibt Ukraine in den Bankrott

Dass die Ukraine abhängig von russischen Gaslieferungen ist, könnte sich als verhängnisvoll erweisen. Denn Moskau will dem Bruderstaat keinen Preisrabatt mehr gewähren. Damit droht schon kurzfristig die Staatspleite.
  • 14

BerlinNicht nur militärisch, auch wirtschaftlich könnte sich die Lage für die Ukraine weiter verschärfen. Der russische Gaskonzern Gazprom prüft nach Angaben seines Finanzvorstandes eine Preiserhöhung für Gaslieferungen in die Ukraine ab April. Das ist insofern verhängnisvoll, als die Ukraine bereits kurz vor dem Staatsbankrott steht und völlig von russischen Gaslieferungen abhängig ist.

Offenbar in Erwartung höherer Preise nimmt die Ukraine nach Angaben von Uktransgas derzeit doppelt so viel Gas von Russland ab wie vor einem Jahr. Das dürfte der Versorgungssicherheit des Landes helfen, aber nicht die finanziellen Probleme lösen. Denn der Preisanstieg, der jetzt droht, ist gewaltig. Statt 400 US-Dollar zahlte die Ex-Sowjetrepublik zuletzt nur 168 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. Das russische Energieministerium erklärte das entsprechende Abkommen, das quartalsweise gekündigt werden kann, für hinfällig. Für einen weiteren Rabatt sehe man keinen Grund, hieß es.

Die harte Haltung Russlands erklärt sich auch dadurch, dass die Aktien von Gazprom am Montag um zwölf Prozent abstürzten. Innerhalb einer Woche büßte Gazprom sogar rund ein Sechstel seines Börsenwertes ein. Das entspricht rund 45 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Das setzt den russischen Staat unter Handlungsdruck, zumal er eine Mehrheit von gut 50 Prozent der Gazprom-Aktien hält. Der weltweit größte Gasförderer ist der größte Arbeitgeber des Landes, unterstützt den russischen Staatshaushalt jedes Jahr mit Milliardenüberweisungen und ist ein wichtiger Devisenlieferant des Landes. Das dürfte Moskau Kiew spüren lassen.

Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit niemand weiß, wie viel finanzielle Hilfe die Ukraine tatsächlich benötigt. EU-Diplomaten erklärten am Wochenende zwar, dass das Land von unmittelbarer Zahlungsunfähigkeit nicht bedroht sei. Die Währungsreserven des Landes würden momentan auf 15 bis 18 Milliarden US-Dollar geschätzt. Schätzungen gehen davon aus, dass die Ukraine in den kommenden beiden Jahren 35 Milliarden Dollar benötigt, vier Milliarden möglicherweise sofort.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, äußerte Zweifel an den Zahlen und verweist auf Äußerungen der neuen ukrainischen Regierung, wonach die Devisenreserven nicht mehr lange ausreichten, um den Schuldendienst und das Außenhandelsdefizit zu finanzieren. „Die Ukraine benötigt dringend neue Kredite“, sagte Krämer Handelsblatt Online.

Kommentare zu " Teures Gas: Putin treibt Ukraine in den Bankrott"

Alle Kommentare
  • jetzt weiß ich warum der EX-präsident zurückkommen will. er wartet auf die Rettung um erneut mit 100 MRD abzuhauen?

  • Herr Neuerer, staendig ihren Schwachsinn zu lesen, wird ihren verbliebenen lesern bald zum Hals raus haengen, wenn es ihnen nicht jetzt schon zum Ko..en ist!
    Ich wuerde mich an ihrer Stelle schon mal bei Bild einschleimen!

  • Wenn Janukowitsch laut den Medienberichten Milliarden veruntreut und außer Landes geschafft hat, dann frage ich mich, wie man nun Putin für den Bankrott verantwortlich machen kann? Der Rest der Regierung war natürlich nicht korrupt. Ein paar Milliarden kann man ja ohne Probleme außer Landes schaffen, ohne dass es jemand mitbekommt. Von Herrn Klitschko hört und sieht man jetzt plötzlich nichts mehr und Julija Tymoschenko ist wieder fit.

  • Wenn Janukowitsch laut den Medienberichten Milliarden veruntreut und außer Landes geschafft hat, dann frage ich mich, wie man nun Putin für den Bankrott verantwortlich machen kann? Der Rest der Regierung war natürlich nicht korrupt. Ein paar Milliarden kann man ja ohne Probleme außer Landes schaffen, ohne dass es jemand mitbekommt. Von Herrn Klitschko hört und sieht man jetzt plötzlich nichts mehr und Julija Tymoschenko ist wieder fit.

  • "Putin treibt Ukraine in den Bankrott"

    Wieder so ein GZSZ-Dschungelcamp-Trash"-Journalismus. Weder treibt Deutschland Griechenland in die Pleite noch Rusland die Ukraine, wenn sie keine Lust mehr haben hart erarbeitetes Geld zu verschenken und dafür auch noch bespuckt zu werden.

  • Bereits kurz nach dem Umsturz in Kiew hatten Experten sich äußerst kritisch über die absehbare ökonomische Entwicklung der Ukraine geäußert. Der ehemalige Banker Arsenij Jatsenjuk sei "die Art von Technokrat, die man will, wenn man Austerität - übertüncht mit Professionalität - möchte", hatte der Ökonom Vladimir Signorelli (Bretton Woods Research LLC) in dem US-Magazin "Forbes" erläutert: "So jemand wie Mario Monti: nicht gewählt und bereit zu tun, was der IWF wünscht." In Umfragen habe Jatsenjuk zuletzt hinter Witali Klitschko und sogar hinter Oleh Tiahnybok rangiert; das habe jedoch bei seiner Inthronisierung zum neuen Ministerpräsidenten keinerlei Rolle gespielt. Jatsenjuk habe sofort angekündigt, der Ukraine eine Austeritätspolitik "nach griechischem Modell" aufzuzwingen - in vollem Bewusstsein der Folgen: "Ich werde der unbeliebteste Ministerpräsident in der Geschichte der Ukraine sein", wird der ukrainische Politiker zitiert.

  • chon wenige Tage nach der Übernahme der Macht in Kiew durch die prowestliche Umsturzregierung zeichnet sich der Absturz des Landes in eine dramatische Verelendung ab. Wie der neue "Ministerpräsident", der Banker Arsenij Jatsenjuk, ankündigt, will er die Ausgaben des ukrainischen Staates um fast ein Sechstel kürzen, um einen IWF-Kredit genehmigt zu bekommen. Schon seit langem steht fest, dass der IWF unter anderem die Streichung der Subventionen für Erdgas fordert; davon wären insbesondere verarmte Teile der ukrainischen Bevölkerung hart betroffen. Mit Blick auf die Austeritätsprogramme erklärt der vom Westen ins Amt gebrachte Jatsenjuk: "Ich werde der unbeliebteste Ministerpräsident in der Geschichte der Ukraine sein". Während dem Land - abgesehen von den aktuellen Spannungen mit Russland - womöglich neue soziale Unruhen bevorstehen, bestätigt sich, dass ein zentrales Ziel der jüngsten Proteste nicht erreicht worden ist: die Herrschaft der Oligarchen abzuschütteln. Mit den Favoriten des Westens ist zugleich eine andere Kombination der in der Bevölkerung verhassten Milliardäre an die Macht gekommen. Wichtigster Unterschied zur vorherigen Regierung ist, dass jetzt Faschisten Ministerposten innehaben.

  • Putin treibt Ukraine in den Bankrott? Kann er was dafür, dass mind. 50% des Staatshaushaltes in der Ukraine auf Privatkonten landen? Es ist ein interessanter Fakt, wenn auch nur 20 der mehr als 40 Uktainischen Oligarchen ihr Kapital auch nur zu 50% der Uktaine zurückgeben würdem, wäre die Ukraine Schuldenfrei. Aber ne. Propagiert mal weiter gegen Russland. DEutschland wird schon sehen, wohin die US freundschaft sie treibt.

  • Halten wir also einmal fest: Alles was jetzt in der Ukraine schlecht läuft - und das ist wirklich eine ganze Menge - hat Putin (Russland) zu verantworten: Die schlechte Wirtschaftleistung, die hohen Schulden, die fehlende Zukunftsperspektive, das Regierungschaos, eine kleine aber nicht unerhebliche rechte Tendenz in der Bevölkerung, der Ärger mt dem Westen usw.

    Die Ukraine hingegen wäre ohne Putin: schuldenfrei, Wirtschaftsmagnet, EU-Mitglied, Eurobeitrittskandidat, Regierung mit Weitsicht, Partner des Westens - kurz: der perfekte Partner!

    Ob die Presse sich jemals Gedanken gemacht hat, dass nur die Ukraine selbst für das Chaos verantwortlich sein könnte? Mag ja sein, dass sich viele Ukrainer gerne dem Westen zuwenden wollen, aber man sollte den Menschen dort auch einmal ehrlich sagen: Ihr seid jetzt in der Realität angekommen und nicht im Land der Plüschbären und Einhörner und das heißt, wenn ihr eine Wirtschaftsleistung und einen Schuldenhaushalt (und Korruption!) habt, wie das Taka-Tuka-Land, dann habt ihr auch nichts in der westlichen "Prosperitätszone" zu suchen! Wir haben mehrere Fehler gemacht und Ländern wie Griechenland, Zypern oder auch Italien immer wieder die Tür aufgehalten - und sind immer wieder enttäuscht worden.

    Sorry, liebe Ukrainer - kommt mal schön selber aus Eurer Ursuppe heraus und wir können uns im Jahr 2245 mal darüber unterhalten, ob man Euch an den Fängen Russlands herausholt - doch bis dahin: Euer Problem!

    Und Hinweise, dass ich mit meinem Statement wahrscheinlich Putinschreiberling, europafeindlich, rechtspopulistisch, Kriegstreiber oder so etwas ähnliches bin - gähn!

    http://www.finanzen.net/land/Ukraine

  • Bei einer Teilung der Ukraine könnten die westlichen Nachnbarn territoriale Ansprüche stellen (natürlich nicht sofort), da nach dem 2. WK Teile ihrer gebiete an die Ukraine angeschlossen wurden.

    Der Gedanke wäre zu verlockend es nicht zu versuchen..

Serviceangebote