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Teures Gas: Putin treibt Ukraine in den Bankrott

exklusivDass die Ukraine abhängig von russischen Gaslieferungen ist, könnte sich als verhängnisvoll erweisen. Denn Moskau will dem Bruderstaat keinen Preisrabatt mehr gewähren. Damit droht schon kurzfristig die Staatspleite.

BerlinNicht nur militärisch, auch wirtschaftlich könnte sich die Lage für die Ukraine weiter verschärfen. Der russische Gaskonzern Gazprom prüft nach Angaben seines Finanzvorstandes eine Preiserhöhung für Gaslieferungen in die Ukraine ab April. Das ist insofern verhängnisvoll, als die Ukraine bereits kurz vor dem Staatsbankrott steht und völlig von russischen Gaslieferungen abhängig ist.

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Offenbar in Erwartung höherer Preise nimmt die Ukraine nach Angaben von Uktransgas derzeit doppelt so viel Gas von Russland ab wie vor einem Jahr. Das dürfte der Versorgungssicherheit des Landes helfen, aber nicht die finanziellen Probleme lösen. Denn der Preisanstieg, der jetzt droht, ist gewaltig. Statt 400 US-Dollar zahlte die Ex-Sowjetrepublik zuletzt nur 168 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas. Das russische Energieministerium erklärte das entsprechende Abkommen, das quartalsweise gekündigt werden kann, für hinfällig. Für einen weiteren Rabatt sehe man keinen Grund, hieß es.

Die harte Haltung Russlands erklärt sich auch dadurch, dass die Aktien von Gazprom am Montag um zwölf Prozent abstürzten. Innerhalb einer Woche büßte Gazprom sogar rund ein Sechstel seines Börsenwertes ein. Das entspricht rund 45 Milliarden Euro Marktkapitalisierung. Das setzt den russischen Staat unter Handlungsdruck, zumal er eine Mehrheit von gut 50 Prozent der Gazprom-Aktien hält. Der weltweit größte Gasförderer ist der größte Arbeitgeber des Landes, unterstützt den russischen Staatshaushalt jedes Jahr mit Milliardenüberweisungen und ist ein wichtiger Devisenlieferant des Landes. Das dürfte Moskau Kiew spüren lassen.

Die wichtigsten Daten der Krise in der Ukraine – Teil 1

  • 21. November 2013

    Die Regierung von Präsident Viktor Janukowitsch kündigt an, ein nahezu unterschriftsreifes Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union auf Eis zu legen. Stattdessen sucht die Staatsführung den Schulterschluss mit Russland.

  • 30. November

    Die Kiewer Polizei geht mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vor. 35 Menschen werden festgenommen. Die Bilder von blutüberströmten Menschen heizen die Wut auf die Regierung an. Am 1. Dezember gehen rund 300.000 Menschen auf die Straßen. Es ist die größte Demonstration seit der Orangenen Revolution 2004.

  • 17. Dezember

    Russlands Präsident Wladimir Putin kündigt den Kauf von ukrainischen Staatsanleihen in Höhe von 15 Milliarden Dollar an und bietet Kiew überdies einen Preisnachlass für russisches Gas. Sowohl Putin als auch Janukowitsch beteuern, dass keine Bedingungen an das Angebot geknüpft seien. Zuvor hatte Russland die Ukraine umworben, einer von Moskau geführten Zollunion beizutreten.

  • 16. Januar 2014

    Das Demonstrationsrecht wird verschärft.

  • 22. Januar

    Mindestens drei Demonstranten sterben bei Zusammenstößen mit der Polizei. Zwei von ihnen werden erschossen, einer stirbt nach einem Sturz.

  • 25. Januar

    Die Opposition lehnt eine von Janukowitsch angebotene Regierungsbeteiligung ab. Am Folgetag weiten sich die Proteste in den Regionen aus.

  • 28. Januar 2014

    Opposition und Regierung einigen sich auf die Abschaffung der umstrittenen repressiven Gesetze vom 16. Januar und auf eine Amnestie für Demonstranten. 361 von insgesamt 412 registrierten Abgeordneten stimmten dafür. Außerdem reicht Regierungschef Nikolai Asarow seinen Rücktritt ein. Laut Artikel 115 der ukrainischen Verfassung zieht die Demission des Ministerpräsidenten den Rücktritt der gesamten Regierung in Kiew nach sich.

  • 2. Februar

    Mehr als 60.000 Menschen protestieren in Kiew. Die Opposition fordert eine internationale Vermittlung in dem Konflikt sowie westliche Finanzhilfen.

  • 3. Februar

    Der Westen prüft wirtschaftliche Hilfen für die Ukraine, knüpft diese aber an Reformen.

  • 4. Februar

    Die ukrainische Opposition fordert von Janukowitsch ein „Ende der Diktatur“.

  • 5.-6. Februar

    Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und die US-Europabeauftragte Victoria Nuland sind zu Vermittlungsbemühungen in Kiew.

  • 7. Februar

    Janukowitsch trifft sich am Rande der Olympischen Spiele in Sotschi mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. Die Massenproteste in Kiew dauern an.

  • 14. Februar

    Die Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass alle 234 seit Dezember festgenommenen Demonstranten wieder frei sind.

  • 16. Februar

    Erneut versammeln sich Zehntausende zu Protesten auf dem Maidan. Die Opposition räumt nach wochenlanger Besetzung das Rathaus in Kiew und Verwaltungsgebäude in mehreren Provinzen.

  • 17. Februar

    Moskau kündigt an, noch in dieser Woche zwei Milliarden Dollar aus dem Hilfspaket an die Ukraine zu überweisen, nachdem es die Zahlungen nach Asarows Rücktritt eingestellt hatte.

  • 18. Februar

    Die Gewalt eskaliert erneut, es kommt zu tödlichen Zusammenstößen in Kiew. Die Regierung setzt den Demonstranten ein Ultimatum, bis zum frühen Abend ihre Proteste zu beenden. Die Oppositionellen besetzen erneut das Rathaus. Am Abend beginnen Sicherheitskräfte mit der gewaltsamen Räumung des Maidan.

  • 19. Februar

    Das Gesundheitsministerium in Kiew spricht von 25 Toten bei den jüngsten Zusammenstößen. Die EU erwägt Sanktionen gegen die Führung in Kiew.

Erschwerend kommt hinzu, dass derzeit niemand weiß, wie viel finanzielle Hilfe die Ukraine tatsächlich benötigt. EU-Diplomaten erklärten am Wochenende zwar, dass das Land von unmittelbarer Zahlungsunfähigkeit nicht bedroht sei. Die Währungsreserven des Landes würden momentan auf 15 bis 18 Milliarden US-Dollar geschätzt. Schätzungen gehen davon aus, dass die Ukraine in den kommenden beiden Jahren 35 Milliarden Dollar benötigt, vier Milliarden möglicherweise sofort.

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, äußerte Zweifel an den Zahlen und verweist auf Äußerungen der neuen ukrainischen Regierung, wonach die Devisenreserven nicht mehr lange ausreichten, um den Schuldendienst und das Außenhandelsdefizit zu finanzieren. „Die Ukraine benötigt dringend neue Kredite“, sagte Krämer Handelsblatt Online.

  • 04.03.2014, 07:57 UhrDissident

    Putin treibt bald die EUSST in den Bankrott. Und daür werden ihm Denkmäler errichtet werden! Die Dummheit der deutschen Politiker - an dieser Stelle und nur zu diesem Thema Gerhard Schröder ausgenommen - tut förmlich weh!

  • 04.03.2014, 08:02 Uhrsenfra

    Di Abhängigkeit von Russengas könnte nicht nur der Ukraine ernsthafte Probleme bringen.
    Aber wir werden es den Russen mit Sanktionen schon zeigen !

    Das die Ukraine Pleite ist war einmal. Gibt es doch Zusagen von USA und EU :-) in Millirden!

    Als Sofortmaßnahme werden wir erst mal keine Manöver mit Russland unternehmen

    Denen zeigen wirs!!

    Ha..............

  • 04.03.2014, 08:14 UhrU.Reissner

    Staatsbankrott, Währungsreform und die neue Währung ca. 20% unterm fairen Wert ausgeben. Das ist zwar hart, aber dann fließt bei guter Wirtschaftspolitik das Geld schneller in die Ukraine als man denkt. Importe verteuern sich, was gut für den Binnenmarkt ist. Der Markt wird für Investoren interessant.
    Das Problem ist die Energie. Betreiber für Atomkraftwerke suchen und die Landwirtschaft modernisieren und forcieren. Nach drei bis fünf Jahren sollte es geschafft sein und das politische Vertrauen kommt zurück.

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