Textilien
Auch USA nehmen China-Importe unter die Lupe

Die US-Regierung wird wie die Europäische Union die stark angestiegenen Textilimporte aus China untersuchen. Das berichtet die britische Rundfunkanstalt "BBC". Der amerikanische Wirtschaftsminister, Carlos Gutierrez, versprach eine zügige faire Untersuchung sieben verschiedener Textilproduktarten aus China.

HB DÜSSELDORF. Die Kleidungsstücke, die auf Drängen der amerikanischen Textilindustrie untersucht werden, umfassen verschiedene Arten von Hemden, Blusen, Pullover, Hosen, Kleider, Büstenhalter und synthetische Produkte, schreibt die "Washington Post".

Laut Industrie sind seit Beginn des Jahres Landesweit 17 000 Stellen weggefallen und 18 amerikanische Textilfabriken mussten schließen, da die Importe durch dem Wegfall von Beschränkungen um mehr als 1 000 Prozent angestiegen waren. Die Regierung muss nun auf Basis der Untersuchung entscheiden, ob sie die Einfuhren aus China beschränkt. "Wir wollen es schnell und richtig machen", sagte der Minister. In den USA läuft bereits seit Anfang April eine andere Untersuchung über chinesische Textilen.

Die Europäische Kommission hat am Freitag eine formelle Untersuchung der Importe von Textilien und Bekleidung aus China eingeleitet. Dieser von Handelskommissar Peter Mandelson vor wenigen Tagen angekündigte Schritt war am Donnerstag vom Kommissionskollegium beschlossen worden. Auch hier ist der Grund für das Verfahren die im ersten Quartal stark gestiegenen Einfuhren der Erzeugnisse. Nach Angaben der Kommission sind die Importmengen für neun Produktkategorien verglichen mit dem Vorjahresquartal zwischen 51% und 534% angestiegen.

Nach der auf zwei Monate veranschlagten Prüfung soll entschieden werden, ob die EU befristet Importbeschränkungen verhängt. Parallel zu der Untersuchung will der Handelskommissar Verhandlungen mit Peking aufnehmen, um möglichst eine Selbstbeschränkung zu erreichen. Grund der teilweise sprunghaft angestiegenen Importe von Textilien und Bekleidung aus China ist die Abschaffung der bisherigen Quotenregelung für diese Produkte zu Jahresbeginn. Damit hat die EU eine Verpflichtung aus der Uruguay-Welthandelsrunde erfüllt.

China hatte aber bei seinem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) eine Schutzklausel für den Textiliensektor akzeptieren müssen. Sie erlaubt es einem WTO-Mitglied, von Peking Verhandlungen über die Höhe bestimmter Importe einfordern und gegebenenfalls Schutzvorkehrungen zu treffen. Voraussetzung ist, dass die Notwendigkeit dafür ausreichend begründet werden kann. Diese Übergangsregelung gilt nur bis Ende 2008.

Äußerungen der Sprecherin von Mandelson zufolge sind die EU-Staaten in der Frage der Importbeschränkungen gespalten. Frankreich hat in dieser Woche ausdrücklich ein solches Vorgehen beantragt.

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