Thailändische Grenze
Waffenruhe in Kambodscha gebrochen

An der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha ist erneut geschossen worden. Beide Länder beschuldigen sich gegenseitig, die beschlossene Waffenruhe nicht respektiert und als erster geschossen zu haben.
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Bangkok/Phnom Penh Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe ist an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha am Freitag erneut geschossen worden. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, als erste erneut gefeuert zu haben. Kambodscha rief den Internationalen Gerichtshof mit Bitte um Klärung des umstrittenen Grenzverlaufs am Preah Vihear-Tempel an.

Ein thailändischer Soldat sei über Nacht ums Leben gekommen, der siebte seit Beginn der Feindseligkeiten vor einer Woche, sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayogorn in Bangkok. Die Regierung sei tief enttäuscht und rufe Kambodscha auf, die Waffenruhe zu respektieren.

Kambodscha beschuldigte Thailand dagegen, in der Nacht als Provokation sechs Granaten abgefeuert zu haben. Thailand habe der Waffenruhe wohl nur zugestimmt, "um eine neue Offensive vorzubereiten", sagte Regierungssprecher Phay Siphan in Phnom Penh.

Kambodscha rief den Internationalen Gerichtshof an, um den Status eines umstrittenen Areals in der Nähe des Preah Vihear-Tempels klären zu lassen. Das Gericht hatte den Tempel 1962 zwar Kambodscha zugesprochen, doch blieb die Hoheit über das 4,6 Quadratkilometer große Areal nach thailändischer Lesart unklar. Darum streiten die beiden Länder, ebenso wie um zwei weitere Tempelanlagen entlang der Grenze. Kambodscha rief den Gerichtshof auf, sein Urteil von 1962 zu präzisieren.

Der seit Jahrzehnten schwelende Grenzkonflikt war vor einer Woche erneut in Gewalt eskaliert. 16 Menschen wurden seitdem getötet, mehr als 60 verletzt. Zehntausende Dorfbewohner sind auf beiden Seiten der Grenze geflohen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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