Thailand
Mehrere Tote bei Bombenanschlag in Bangkok

Im Zentrum der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat es eine schwere Explosion gegeben. Nahe eines beliebten Touristenziels soll eine Bombe detoniert sein. Das Auswärtige Amt verschärft seine Reisehinweise für das Land.
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Berlin/BangkokDas Auswärtige Amt hat nach der Bombenexplosion in Bangkok seine Reise- und Sicherheitshinweise für Thailand aktualisiert. „Reisenden wird empfohlen, besonders vorsichtig zu sein und diese Reisehinweise und die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen“, mahnte das AA in seinen Hinweisen am Montagabend. „Weitere Anschläge auch in anderen beliebten Feriengebieten können nicht ausgeschlossen werden.“ Das Amt empfiehlt, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden.

Bei einer gewaltigen Bombenexplosion sind in der thailändischen Hauptstadt Bangkok mindestens 19 Menschen umgekommen. Rund 80 wurden verletzt, als der Sprengsatz am Montagabend (Ortszeit) an einem bei Einheimischen und Touristen beliebten Schrein mitten im Einkaufsviertel detonierte. Unter den Opfern sei „eine bedeutende Zahl an Ausländern“, sagte Polizeisprecher Prawut Thavornsiri.

„Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels“, sagte Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan der Nachrichtenagentur Reuters.

Die deutsche Botschaft bemühte sich um Aufklärung, ob auch Deutsche unter den Opfern sind, wie aus dem Auswärtigen Amt verlautete. Konkrete Hinweise auf deutsche Opfer lagen zunächst aber keine vor. Das polnische Außenministerium rief Thailand-Touristen zu verstärkter Vorsicht auf. Orte von Menschenansammlungen sollten gemieden werden.

Die thailändische Polizei ging von einem Anschlag aus. Sie habe in der Umgebung einen weiteren Sprengsatz gefunden und entschärft, sagte der Sprecher. Die umliegenden Einkaufszentren wurden geräumt. Hunderte Polizisten durchsuchten die Umgebung nach weiteren Bomben. Es gab aber zunächst kein Bekennerschreiben.

In dem buddhistischen Land gibt es zwar gewalttätige muslimische Separatisten im Süden, und die Gesellschaft ist politisch tief gespalten. Anschläge in der Hauptstadt, etwa zur Destabilisierung der Regierung, sind aber eigentlich unbekannt. In Thailand regiert seit einem Militärputsch im Mai 2014 Putschführer Prayuth Chan-ocha.

Die Junta rief zur Ruhe auf. „Bringt keine Gerüchte in Umlauf, die Verwirrung im Land stiften könnten“, sagte Junta-Sprecher Winthai Suvari. „Wir versichern, dass die Behörden jetzt alles unter Kontrolle haben.“ Er widersprach Gerüchten in sozialen Netzwerken, dass der Ausnahmezustand verhängt worden sei.

„Ich habe im Hyatt-Erawan-Hotel zu Abend gegessen, als eine riesige Explosion das Gebäude erschüttert hat“, berichtete Eric Seldin, der in Bangkok arbeitet. „Als wir 15 Minuten später nach draußen durften, habe ich mehrere mit Tüchern bedeckte Körper gesehen.“

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