Thailand
Regierungsgegner umstellen Parlament in Bangkok

Zehntausende Regierungsgegner haben am Montag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok das Parlament umstellt. Sie forderten den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Somchai Wongsawat.

HB BANGKOK. Das außerparlamentarische Oppositionsbündnis PAD hat angekündigt, mit seinen Protesten die Regierung bis Mittwoch zu Fall bringen zu wollen. Sie wirft dem Regierungschef vor, nur eine Marionette seines Schwagers, des vor zwei Jahren vom Militär gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra zu sein.

Am frühen Morgen waren die zum Teil mit Stöcken bewaffneten Demonstranten von dem seit Ende August belagerten Regierungssitz in der thailändischen Hauptstadt zum Parlament gezogen. Mit der Belagerung des Abgeordnetenhauses wollen sie nach eigenen Angaben eine mögliche Änderung der Verfassung verhindern, mit der eine Rückkehr des im Exil lebenden Thaksins an die Macht ermöglicht werden könnte. Der frühere Ministerpräsident war wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Sondhi Limthongkul, einer der Führer des Oppositionsbündnisses PAD, bezeichnete die Proteste am Monatg als „Entscheidungsschlacht“. Bis zum Vormittag hatten sich rund 20 000 Demonstranten am Parlamentsgebäude eingefunden. Das Parlament setzte daraufhin eine geplante gemeinsame Sitzung des Ober- und des Unterhauses aus. Das Kabinett wollte im Laufe des Tages zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Neben dem Parlamentsgebäude belagerten Oppositionsanhänger auch das Hauptquartier einer Partei der Regierungskoalition.

Seit dem 26. August halten PAD-Anhänger bereits den Regierungssitz in Bangkok besetzt. Das Kabinett ist seither gezwungen, provisorische Büros im alten Flughafen der Stadt für die Regierungsgeschäfte zu nutzen. In den vergangenen Tagen waren zwei Anschläge auf die Demonstranten am Regierungsgebäude verübt worden. Unbekannte schossen Granaten auf die PAD-Anhänger. Ein Mensch wurde getötet, Dutzende verletzt.

Am Sonntag hatten mehr als 50 000 Menschen in Bangkok an verschiedenen Kundgebungen für und gegen die Regierung teilgenommen.

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