Thailand
Thailands König sagt Ansprache ab

Thailands gebrechlicher König Bhumibol Adulyadej hat überraschend seine traditionelle Geburtstagsansprache am morgigen Freitag abgesagt. Unmittelbar danach verschob die thailändische Regierung die Neuwahl des Ministerpräsidenten durch das Parlament auf unbestimmten Zeit. Die geplante außerordentliche Parlamentssitzung wurde abgesagt.

HB BANGKOK Der weltweit am längsten regierende Monarch wird an diesem Freitag 81. In den mehr als sechs Jahrzehnten seiner Herrschaft hat der als Gottkönig verehrte Bhumibol diese Ansprache bislang nie ausfallen lassen. Viele Thailänder waren davon ausgegangen, dass der Monarch seine Rede angesichts der Staatskrise zu einem Aufruf zur nationalen Einheit nutzen würde. Sein Vater sei ein wenig unpässlich, erklärte Kronprinz Vajiralongkorn.

Bhumibol schickte seinen bei weitem nicht so beliebten 56-jährigen Sohn Vajiralongkorn zur traditionellen Audienz für mehr als 20 000 Glückwunschbringer in den Chitralada-Palast. Seine Tochter Prinzessin Sirinthorn beruhigte: „Er ist schwach, aber sein Zustand ist nicht ernst, er hat kein Fieber.“ Bhumibol ist nach 62 Jahren auf dem Thron die höchste moralische Autorität im Land. Er hat schon mehrfach Regierungskrisen mit einem Machtwort beendet.

Die Nachricht über die Erkrankung löste große Sorge über die Gesundheit des Königs aus und Enttäuschung, weil die Nation sich klärende Worte zur Lösung der innenpolitischen Krise erhofft hatte. Das Verfassungsgericht hatte Regierungschef Somchai Wongsawat erst am Dienstag zum Rücktritt gezwungen. Die regierungsfeindlichen Demonstranten gaben daraufhin ihre einwöchige Blockade der Flughäfen in Bangkok auf.

Nach dem Ende der beispiellosen Flughafenblockade sollte sich der Flugverkehr in Bangkok ab Freitag langsam normalisieren. Singapore Airlines kündigte die Wiederaufnahme der Flüge von Bangkok nach Singapur für Freitagmittag an. „Passagiere werden zur Geduld gemahnt, mit Verspätungen muss gerechnet werden“, teilte die Fluggesellschaft mit. Sie wollte den Verkehr zu dem vergangene Woche als Notlösung geöffneten Militärstützpunkt U-Tapao wieder einstellen.

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