Thatcher und Galtieri
„Eiserne Lady“ gegen „majestätischen“ General

Der Falkland-Krieg war auch eine persönliche Auseinandersetzung zwischen der britischen Premierministerin Margaret Thatcher und Argentiniens Junta-Chef Leopoldo Galtieri. Aber nur eine Seite konnten gewinnen.
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Buenos Aires/LondonDer Falkland-Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien war auch der Konflikt zweier schillernder Staatsleute: Die für ihre Unnachgiebigkeit berühmt gewordene Premierministerin Margaret Thatcher und Argentiniens Junta-Chef Leopoldo Galtieri.

Beiden wurde im Nachhinein vorgeworfen, eine persönliche Mitschuld am Blutvergießen im Südatlantik zu tragen. Doch während der verlorene Krieg für General Galtieri das Ende bedeutete, erlebte die „Eiserne Lady“ aus London einen Popularitätsschub.

Die meisten argentinischen Karikaturisten zeigten Galtieri - sobald sie spürten, dass sie es durften - mit einem Whisky-Glas in der Hand. Der General, der aktiv am Staatsstreich 1976 teilgenommen hatte, hielt knapp ein Jahr lang das Schicksal Argentiniens in der Hand. Ende 1981, bereits zum Heereschef aufgestiegen, führte Galtieri einen internen Coup gegen den damaligen Präsidenten der Militärdiktatur, General Roberto Viola.

Die Unterstützung seines Amtskollegen der Marine, Admiral Jorge Anaya, gewann er angeblich, indem er dessen Plan zur Besetzung der Falkland-Inseln zustimmte.

Wenige Monate später, am 2. April 1982, landeten die argentinischen Truppen auf den Inseln. Auf der Plaza de Mayo vor dem Regierungssitz bejubelten die Argentinier die „Zurückeroberung“ der „Islas Malvinas“. Galtieri, der von Ronald Reagans Sicherheitsberater Richard Allen als „majestätischer General“ bezeichnet worden war, dachte, nicht nur die Inseln, sondern auch die Unterstützung der Bevölkerung gewonnen zu haben. Nur 74 Tage später war beides verloren. Drei Tage nach der Kapitulation, am 17. Juni 1982, musste er zurücktreten.

Eine von den Streitkräften angeordnete interne Untersuchung der Kriegsführung, die erst jetzt offiziell veröffentlicht wurde, forderte für Galtieri lebenslange Haft oder die Todesstrafe. Galtieri wurde nach Wiederherstellung der Demokratie 1986 von einem Militärgericht zu zwölf Jahren Haft verurteilt, aber 1989 vom Präsidenten Carlos Menem begnadigt. Er starb im Januar 2003 im Alter von 76 Jahren an Krebs.

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Thatcher profitierte vom umstrittenen Blutvergießen

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  • Der Kreuzer hiess General BelgraNo und hat mit Belgrad nichts zu tun.

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