Thema beim Nato-Gipfel im Juni
USA drängen Nato nicht zu Einsatz im Irak

Die USA sind sich noch nicht sicher, ob nach der Machtübergabe im Irak die Nato eine Rolle in dem Land übernehmen soll. Im Prinzip ist ein Umdenken feststellbar, da die USA in keinem Fall auf einen Einsatz der Nato drängen will.

HB LONDON/BERLIN. Es sei nicht klar, ob sich die Nato im Irak engagieren werde, sagte der amerikanische Nato-Botschafter Nicholas Burns am Donnerstag in London. „Vielleicht wird die Nato eine Rolle im Irak spielen, vielleicht nicht. Es ist nicht vorherbestimmt ... es ist etwas, das wir besprechen werden.“ Die USA würden jedoch weiterhin eine Mitarbeit der Nato begrüßen. Ab dem 28. Juni - zwei Tage vor der geplanten Machtübergabe - findet in Istanbul der Nato-Gipfel statt. Daher werde ein Einsatz auf jeden Fall ein Thema sein, sagte Burns.

Die USA hatten sich bis zum vergangenen Monat mit Nachdruck für einen Einsatz von Nato-Soldaten im Irak ausgesprochen. Die Allianz solle in Istanbul beschließen, die Führung einer bislang von Polen geleiteten internationalen Truppe zu übernehmen. Die anhaltende Gewalt im Irak und der Einsatz der Nato in Afghanistan haben dies jedoch zunehmend unwahrscheinlich erscheinen lassen. Die schärfsten europäischen Kritiker des Irak-Kriegs - Deutschland, Frankreich und Belgien - hatten deutlich gemacht, dass sie zwar einen Nato-Einsatz nicht blockieren, jedoch auch keine eigenen Truppen zur Verfügung stellen würden.

Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach sich gegen einen Einsatz der Nato im Irak aus. „Im Interesse der Nato und ihrer Zukunftsfähigkeit sollte man davon Abstand nehmen“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe) einem Vorabbericht zufolge. Allgemein rechne er nicht mit einer längeren Präsenz der Koalitionstruppen im Irak, sagte er. Die USA und Großbritannien haben erklärt, ihre Soldaten würden nach der Machtübergabe nur mit der Zustimmung der irakischen Übergangsregierung im Land bleiben.

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