Tibet-Konflikt
China droht mit „Kampf auf Leben und Tod“

China hat den Ton im Tibet-Konflikt deutlich verschärft und ein hartes Vorgehen gegen die Anhänger des Dalai Lama angekündigt. Auch an ausländischen Medien ließ die chinesische Führung kein gutes Haar.

HB PEKING. „Wir befinden uns mitten in einem heftigen Kampf aus Blut und Feuer, einem Kampf auf Leben und Tod mit der Clique des Dalai“, sagte der Sekretär der Kommunistischen Partei im Tibet, Zhang Qingli, laut einem Online-Bericht der „China Tibet News“. Zhang sprach sich zugleich für eine schärfere politische Kontrolle in Tibet aus.

Ministerpräsident Wen Jiabao hatte bereits am Vortag dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter vorgeworfen, die Unruhen angezettelt zu haben. Der Dalai Lama und seine Anhänger wollten mit ihren Aktionen die Olympischen Spiele in Peking im Sommer sabotieren.

Die Gewaltwelle nahm in der vergangenen Woche ihren Anfang anlässlich des 49. Jahrestages des fehlgeschlagenen Aufstands gegen die chinesische Besetzung. Die tibetische Exil-Regierung gab die Zahl der Toten der Unruhen mit 99 an. Nach offiziellen chinesischen Angaben kamen 13 Menschen ums Leben.

Mehr als hundert Tibet-Aktivisten sollen sich mittlerweile gestellt haben. Diese hätten sich an gewaltsamen Ausschreitungen beteiligt, geplündert oder Gebäude in Brand gesetzt, hieß es in einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Gegen sie werde jetzt juristisch vorgegangen, hieß es bei Xinhua. Die Regierung hatte am Sonntag erklärt, dass alle Teilnehmer an den Protesten, die sich bis Montag freiwillig stellten, mit Milde rechnen könnten. Alle anderen sollten hart bestraft werden.

Die Tibet-Berichterstattung ausländischer Medien kritisierte Peking scharf. Der tibetische KP-Funktionär Raidi sagte nach einer Xinhua-Meldung, einige westliche Medien hätten absichtlich die Tatsachen verdreht und „schwere Straftaten als eine friedliche Demonstration dargestellt“. Die „legitimen Bemühungen zur Aufrechterhaltung der sozialen Stabilität“ seien hingegen als gewaltsame Niederschlagung bezeichnet worden.

Unterdessen wurden ausländische Journalisten weiter daran gehindert, über die Lage in Tibet zu berichten. Der Club der Auslandspresse in China (FCCC) teilte mit, er habe 30 Verhaftungen und Reiseverweigerungen registriert. Auch Fotografen der Nachrichtenagentur AP sowie ein Reporter und Kameramann des Fernsehnachrichtendienstes APTN wurden festgenommen.

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