Tibet-Konflikt
China: Waffen in tibetischem Tempel gefunden

Chinesische Sicherheitskräfte haben einem Medienbericht zufolge im Südwesten des Landes Waffen in einem tibetischen Tempel gefunden. Derweil rief der Dalai Lama zu friedlichen Protesten beim olympischen Fackellauf auf.

HB PEKING/SEATTLE/BERLIN. Die 30 halbautomatischen Schusswaffen seien in einem Kloster im Bezirk Aba in Sichuan entdeckt worden, sagte ein Polizist am Montag im staatlichen Fernsehen. Demnach bekamen die Sicherheitskräfte einen Hinweis aus der Bevölkerung. Die Waffen seien bereits im vergangenen Monat gefunden worden.

Einem örtlichen Regierungsvertreter zufolge wurden die Schusswaffen umgebaut, um die Verwendung von Munition zu ermöglichen, die von der Armee herausgegeben wird. Aba war in den vergangenen Wochen mehrfach Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und tibetischen Demonstranten gewesen. Die Menschen protestierten gegen die chinesische Herrschaft und forderten die Rückkehr ihres geistlichen Oberhaupts, des Dalai Lama.

Der Dalai Lama sprach sich derweil erneut für friedliche Proteste am Rande des olympischen Fackellaufs aus. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter sagte am Sonntag vor Journalisten in Seattle im US-Bundesstaat Washington, diese Form des Protests müsse erlaubt sein. Wie die „Seattle Times“ in ihrer Internetausgabe weiter berichtete, wiederholte Dalai Lama seine Drohung, dass er als politischer Führer zurücktreten würde, falls die Lage in Tibet ausser Kontrolle geraten sollte. Der 72-Jährige, der sich im Rahmen einer mehrtägigen Konferenz in Seattle aufhält, erneuerte auch seine Unterstützung für Peking als Austragungsort der Olympischen Spiele. Jedoch müsse es den Staats- und Regierungschefs überlassen werden, ob sie die Eröffnungsfeierlichkeiten boykottieren wollten oder nicht.

Die deutsche Bevölkerung ist mehrheitlich gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in China. Das ist das Ergebnis einer vorab veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag der „Financial Times Deutschland“. Rund 62 Prozent der Befragten sprachen sich dagegen aus, dass die deutschen Sportler und Repräsentanten dem Sportereignis fernbleiben, nur etwas mehr als Viertel (27 Prozent) ist für einen Boykott.

Die überraschend hohe Ablehnung wird von 43 Prozent der Befragten damit begründet, dass dies jetzt oder in der Zukunft negative Auswirkungen für Deutschland und seine Wirtschaft haben könnte. Fast ein Viertel der Befragten hat allerdings angekündigt, sich aufgrund der Vorkommnisse in Tibet die Fernsehübertragungen nicht wie gewohnt ansehen zu wollen.

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