Tibet-Konflikt
Chinesen rufen zu Carrefour-Boykott auf

Der Tibet-Konflikt weitet sich auf die Wirtschaft aus: Chinesische Internetnutzer haben zum Boykott des französischen Einzelhandelskonzerns Carrefour aufgerufen. Sie werfen dem Unternehmen vor, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, den Dalai Lama, finanziell zu unterstützen.

HB PEKING. Verbraucher sollten ab 1.Mai nicht mehr bei Carrefour einkaufen, hieß es in Chatrooms und in SMS-Nachrichten. In dem Boykott-Aufruf hieß es weiter: „Angesichts der Unterstützung tibetischer Separatisten durch das französische Volk während des Fackellaufs in Paris, gibt es keinen Grund, den Franzosen Geld zu geben, indem man ihre Waren kauft.“

In Paris war es vergangene Woche zu heftigen Protesten während des Olympischen Fackellaufs gekommen. Demonstranten erzwangen einen Abbruch der Veranstaltung. Die Regierung in Peking wirft dem Dalai Lama vor, für die schweren Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa und weitere Regionen verantwortlich zu sein.

Indes berichten Exiltibeter von neuen Protesten in einem Kloster in der Nähe der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Nach Angaben des Tibetan Centre for Human Rights and Democracy (TCHRD) wurde eine unbekannte Zahl Mönche aus dem Drepung-Kloster festgenommen. Sie hätten gegen eine „patriotische Erziehungskampagne“ der Behörden protestiert. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.

Nach offizieller Darstellung wurden seit Beginn der Unruhen Mitte März insgesamt fast 4000 Menschen festgenommen, wie die International Campaign for Tibet erklärte. Etwa die Hälfte der Festgenommenen befinde sich aber wieder auf freiem Fuß.

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