Tibet-Konflikt
Medien wettern gegen „Dalai-Lama-Clique“

Auch nach dem Gesprächsangebot der chinesischen Führung an den Dalai Lama schlagen die staatlichen Medien des Landes weiterhin scharfe Töne gegen das religiöse Oberhaupt der Tibeter an. Das Angebot Pekings, mit Abgesandten des Dalai Lama zu sprechen, war zuvor weltweit begrüßt worden.

HB PEKING/NAGANO/BERLIN. Die „Dalai-Lama-Clique“ tue alles, „um Tibets Stabilität und Entwicklung zu untergraben“, schrieb das Parteiorgan der Kommunisten, „Renmin Ribao“ (Volkszeitung), am Samstag.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der „Bild am Sonntag“, sie hoffe, „dass damit ein Weg eingeschlagen wird, der zu einem friedlichen und erfolgreichen Verlauf der Olympischen Spiele führt“. Geschützt von einem starken Polizeiaufgebot wurde unterdessen das olympische Feuer durch die japanische Stadt Nagano getragen. Nächste Station des Fackellaufs ist an diesem Sonntag die südkoreanische Hauptstadt Seoul.

Bei seiner Rückkehr aus den USA ins indische Exil äußerte sich der Dalai Lama selbst am Samstag positiv zu dem Gesprächsangebot. Dies mache aber nur Sinn, wenn Peking einen ernsthaften Dialog führen wolle. Sein Sekretär Tenzin Takhla ergänzte: „Der Dalai Lama war immer bereit zu Gesprächen. Aber ein Dialog ist sinnlos, wenn er keine Substanz hat.“ Bisher habe das Büro des Dalai Lama keinerlei Einladung von der Regierung in Peking erhalten.

Die ICT, ein weltweites Aktivistennetzwerk für Tibet, forderte, dass der internationale Druck auf Peking aufrechterhalten werden müsse, besonders auch seitens der Europäischen Union. „Es ist zu früh, um beurteilen zu können, ob das vorgeschlagene Treffen Ergebnisse bringen wird oder allein eine PR-Maßnahme vor den Olympischen Spielen darstellt“, teilte die International Campaign for Tibet (ICT) am Samstag in Berlin mit.

Der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, Ruprecht Polenz, wird den Dalai Lama nach eigenen Angaben am 19. Mai in Berlin treffen. „Ich bin sehr froh, dass der Dalai Lama die Einladung angenommen hat“, sagte der CDU-Politiker „Focus Online“. „Es ist wichtig, den Fokus wieder auf Friedlichkeit und Gewaltfreiheit zu lenken.“ Kanzlerin Merkel wird sich während des Dalai-Lama-Besuchs den Angaben zufolge in Lateinamerika aufhalten.

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