Tilgung
Athen erhält mehr Zeit

Kleine Belohnung für die geplagten Griechen: Die Euro-Finanzminister kommen dem hochverschuldeten Land entgegen - Athen kann sich mit der Tilgung der Hilfskredite voraussichtlich viereinhalb Jahre länger Zeit nehmen. Gute Nachrichten für Finanzminister Giorgos Papakonstantinou.
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ATHEN. Die Euro-Finanzminister kommen dem hochverschuldeten Griechenland entgegen: Athen kann sich mit der Tilgung der Hilfskredite voraussichtlich viereinhalb Jahre länger Zeit nehmen. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou sieht damit den Weg zu einer Rückkehr seines Landes an die Finanzmärkte im kommenden Jahr geebnet. Unabhängig von der gestreckten Tilgung werde Athen aber an seinem Konsolidierungsziel festhalten, das Haushaltsdefizit bis 2014 unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu drücken, sagte Papakonstantinou.

Die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten Athen im Mai Notkredite über 110 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Gelder sollen in zwölf Tranchen bis März 2013 ausgezahlt werden. Nach der bisherigen Vereinbarung sollen die Mittel dann nach drei tilgungsfreien Jahren in acht vierteljährlichen Raten zurückgezahlt werden. Papakonstantinou sagte, im Gegenzug für die Verlängerung der Laufzeit müsse Griechenland 5,8 Prozent Zinsen zahlen. Zuvor hatte der Satz bei 5,5 Prozent gelegen.

Die EU-Finanzminister hätten übereingestimmt, eine Verlängerung der Kreditlaufzeiten um viereinhalb Jahre zu prüfen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am Sonntagabend in Brüssel. Dadurch würde das griechische Rettungspaket mit den für Irland verabschiedeten Hilfen in Einklang gebracht. "Die Kommission hat diese Anpassung befürwortet", sagte Rehn. Der für Griechenland zuständige IWF-Vizedirektor Poul Thomsen hatte bereits vergangene Woche in einem Handelsblatt-Interview verlängerte Tilgungsfristen in Aussicht gestellt.

Einzelheiten des neuen Tilgungsplans stehen noch nicht fest. Er muss überdies erneut von den Parlamenten der Gläubigerstaaten ratifiziert werden. Dabei könnte die Forderung nach höheren Zinsen auf den Tisch kommen.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa

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