Timoschenko-Interview
Russland hat Ukraine „für immer verloren“

Putin hat sich mit der Annexion der Krim keine Freunde in der Ukraine gemacht. Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko rief bei einem TV-Auftritt zum bewaffneten Widerstand auf, sollte Russland die Grenzen überqueren.
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KiewMit der im Eilverfahren betrieben Angliederung der Krim hat Russland das Vertrauen der Ukrainer nach Ansicht von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko dauerhaft verspielt.

Russlands Präsident Wladimir Putin "hat die Ukraine für immer verloren, nachdem er uns den Krieg erklärt hat", sagte die Politikerin am Freitag bei ihrem ersten großen Fernsehauftritt seit ihrer Entlassung aus jahrelanger Haft.

"Putin ist der Staatsfeind Nummer eins der Ukraine, der unser Territorium mit Waffengewalt eingenommen hat", sagte Timoschenko in der live ausgestrahlten Polit-Talkshow. Sollte Russland die "Rote Linie" überschreiten und Truppen auf das ukrainische Festland schicken, müssten ihre Landsleute bereit zum Widerstand sein.

"Wir werden kämpfen", kündigte Timoschenko für den Ernstfall an. Auf lange Sicht werde die Krim wieder zur Ukraine gehören. Putin bezeichnete sie in der mehrstündigen Sendung als "Diktator mit faschistischen Zügen".

Die proeuropäische Politikerin, die in der Ukraine ebenso beliebt wie umstritten ist, war 2010 bei der Präsidentschaftswahl ihrem prorussischen Rivalen Viktor Janukowitsch unterlegen.

Nach dessen Amtsantritt war sie festgenommen und wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Im Gefängnis erkrankte die Politikerin an einem schweren Rückenleiden.

Die EU machte ihre Freilassung und Behandlung zur Bedingung für die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ukraine. Diesem verweigerte Janukowitsch die Unterschrift, woraufhin sich eine Protestwelle erhob, die ihn letztlich das Amt kostete.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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