Timoschenko verhaftet
U-Haft für Ukrainische Ex-Oppositionschefin

Nach dem gerichtlichen Hin und her der letzten Tage muss sich die frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko nun doch wegen angeblichen Amtsmissbrauch verantworten. Ein Gericht ordnete Untersuchungshaft an.
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KiewDie frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko (50) ist in Untersuchungshaft. Ein Gericht in der Ukraine stimmte am Freitag dem Antrag der Staatsanwaltschaft zu, die des Amtsmissbrauchs angeklagte Oppositionspolitikerin nach mehreren Störversuchen während des Prozesses zu inhaftieren. Das meldete die Agentur Interfax aus dem Gerichtssaal. Vor gut einer Woche hatte das Gericht die Untersuchungshaft noch abgelehnt.

Timoschenko twittert von der Anklagebank

Der Vorsitzende Richter Rodio Kirejew ordnete am Freitag ihre Inhaftierung an, weil sie „systematische Verstöße“ gegen die Gerichtsordnung begangen habe. Zuvor hatte Timoschenko von der Anklagebank erneut mit ihrem iPad spöttische Botschaften über den Online-Dienst Twitter verbreitet. Richter Kirejew kam mit seiner Anordnung einer Untersuchungshaft für Timoschenko einem Antrag der Staatsanwaltschaft nach. Diese hatte bereits in der vergangenen Woche gefordert, die frühere Regierungschefin wegen Fehlverhaltens im Gerichtssaal zu inhaftieren. Anklägerin Lilja Frolowa kritisierte am Freitag erneut das Auftreten Timoschenkos als unangemessen. Bisher hatte die 49-Jährige nur die Hauptstadt Kiew nicht verlassen dürfen. Timoschenko sorgte in dem schon seit Beginn turbulent verlaufenden Prozess am Freitag für Furore, in dem sie wieder Twitter-Nachrichten verschickte. Sie spöttelte darin über den Regierungschef Mikola Asarow, der als Zeuge für die Anklage auftrat.

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  • Hallo,
    wenn wirklich Staatsführungen a.D. wegen Schädigung von Vermögen des Volkes vor gericht gestellt werden können..., wann nimmt sich die EU dieses Vorgehen als Beispiel?
    Auch wenn in Deutschland immer noch das Ehrenwort höher steht als das Gesetz, Lug, Trug und Meineid zum Nachteil des ganzen Volkes offensichtlich immer noch keinesfalls rechtsrelevant sind.

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